Chinesische Automarken legen in Europa rasant zu – und die Bereitschaft der Käufer, umzusteigen, wächst schneller als erwartet.
Chinesische Fahrzeughersteller gewinnen auf dem europäischen Markt zunehmend an Boden. Besonders deutlich zeigt sich dies an zwei Marken: BYD und MG Roewe vereinen gemeinsam mehr als die Hälfte aller chinesischen Neuzulassungen auf sich. Im ersten Quartal 2026 entfiel bereits ein Anteil von 3,1 Prozent der Neuzulassungen bei unseren Nachbarn in Deutschland auf Hersteller aus China – ein deutlicher Anstieg gegenüber 1,7 Prozent im Jahr 2024 und 2,4 Prozent im Jahr 2025.
Wandel beim Verbraucher
Dabei gilt der deutsche Markt als besonders schwer zu erschließen, da die Verbundenheit der Verbraucher mit einheimischen Marken traditionell ausgeprägt ist. Peter Fintl von der Technologieberatung Capgemini bringt die Dynamik auf den Punkt: „Der Ölpreis öffnet die Tür, das bessere Produkt hält sie offen.“ Die Qualität der chinesischen Modelle habe sich spürbar verbessert.
Parallel dazu wandelt sich die Haltung der europäischen Konsumenten: Mittlerweile können sich rund 55 Prozent vorstellen, ein chinesisches Auto zu erwerben – vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 43 Prozent.
Langfristige Marktprognose
Wie heise.de berichtet, rechnet Experte Reindl damit, dass sich langfristig fünf bis sechs chinesische Marken auf dem europäischen Markt behaupten werden, mit einem gemeinsamen Marktanteil von acht bis zehn Prozent. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten könnten diesen Prozess zusätzlich beschleunigen.
Im Straßenbild sind die Fahrzeuge aus chinesischer Produktion dennoch nach wie vor eine Seltenheit: Von insgesamt 49,5 Millionen in Deutschland zugelassenen Autos stammen lediglich 131.000 von chinesischen Herstellern.