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Seeblockade

„Viel Spaß mit den Spritpreisen“ – Iran spottet über Trumps Hormus-Drohung

„Viel Spaß mit den Spritpreisen“ – Iran spottet über Trumps Hormus-Drohung
FOTO: EPA/ABEDIN TAHERKENAREH
4 Min. Lesezeit |

Blockade, Ölpreisschock, Drohungen – rund um die Straße von Hormuz spitzt sich die Lage dramatisch zu.

Nachdem die Friedensverhandlungen mit dem Iran vorerst gescheitert sind, will Donald Trump ab Montag mit der angekündigten Blockade der Straße von Hormuz ernst machen. Ab 16 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit sollen Schiffe abgefangen werden, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen wollen – so die Ankündigung des US-Regionalkommandos Centcom auf der Plattform X. Parallel dazu erwägt Trump laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ auch begrenzte Militärschläge, um die ins Stocken geratenen Gespräche wieder anzustoßen.

Die Reaktion der Märkte ließ nicht lange auf sich warten: Die Ölpreise zogen prompt an. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni lag zur Eröffnung bei 102,50 US-Dollar – gegenüber 95,20 Dollar vor Beginn der Verhandlungen. Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf kommentierte die Entwicklung auf X mit einem spöttischen Seitenhieb an die US-Bevölkerung: „Habt Spaß mit den aktuellen Spritpreisen.“

Trumps doppeltes Ziel

Mit der Hormuz-Blockade verfolgt Trump ein doppeltes Ziel: Er will verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für die Durchfahrt durch die Meerenge kassiert, und das Land zugleich von seinen Öleinnahmen abschneiden. Als einer der größten Ölproduzenten der Welt ist der Iran auf die Straße von Hormuz als zentralen Exportweg angewiesen – die Meerenge hat für Teheran damit strategische wie wirtschaftliche Schlüsselbedeutung.

Ghalibaf, der die Verhandlungen im pakistanischen Islamabad auf iranischer Seite geleitet hatte, deutete die amerikanischen Drohungen laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim als Ausdruck von Ratlosigkeit, in die die USA seit Ausbruch des von ihnen mit Israel begonnenen Krieges geraten seien. Unbeeindruckt zeigte sich auch der Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Rezaei: Trumps Ankündigung der Seeblockade sei nichts als Bluff, schrieb er in der Nacht auf X. Die Revolutionsgarden ihrerseits warnten davor, dass sich Militärschiffe der Straße von Hormuz nähern – dies würde als „klarer Verstoß gegen die seit Mittwoch bestehende Waffenruhe betrachtet“, hieß es Sonntagabend in einer Mitteilung.

Eskalation befürchtet

Dass die Lage rasch außer Kontrolle geraten könnte, befürchten auch Experten. Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ würde die Blockade der Meerenge den USA zwar Zeit verschaffen, Minen zu räumen und eine gesicherte Passage für die Handelsschifffahrt einzurichten – doch erneute iranische Angriffe könnten diese Mission schnell zunichtemachen. Mehr als 60 Prozent der schnellen Angriffsboote der Revolutionsgarden seien intakt und stellten weiterhin eine Bedrohung dar, wurde Farzin Nadimi vom Washingtoner Thinktank Washington Institute zitiert.

Der Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb auf X: „Der Iran wird wahrscheinlich nicht nachgeben.“ Er könnte Teile der US-Marine ins Visier nehmen, um die Entschlossenheit der Amerikaner zu testen. Iran-Forscher Hamidreza Azizi wiederum befürchtet, dass Teheran die mit ihm verbündete Huthi-Miliz im Jemen dazu ermutigen könnte, die Meerenge Bab al-Mandab unter Beschuss zu nehmen – und damit die Einfahrt zum Roten Meer und zum weiter nördlich gelegenen Suezkanal zu blockieren. Israelische Medien berichteten unterdessen, dass sich die israelischen Streitkräfte bereits auf einen erneuten Konflikt mit dem Iran vorbereiteten.

Trump selbst gab sich demonstrativ gleichgültig. Gegenüber Reportern erklärte er, es sei ihm „egal“, ob der Iran an den Verhandlungstisch zurückkehre oder nicht – bevor er zum Golfen aufbrach. Das Centcom präzisierte auf X, die Blockade erfasse iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman und werde gegenüber Schiffen aller Nationen durchgesetzt.

Pakistans Außenminister Ishaq Dar appellierte an beide Seiten, an der Waffenruhe festzuhalten, und versicherte, sein Land werde seine Vermittlerrolle weiterhin wahrnehmen.

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KO KOSMO-Redaktion
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