Ein Telefonat mit Putin, ein Abschied von der Macht – Serbiens Staatschef Vucic hat eine folgenreiche Entscheidung getroffen.
Serbiens Präsident Aleksandar Vucic hat nach einem rund einstündigen Telefongespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin seinen bevorstehenden Rücktritt angekündigt. Zentrales Thema des Gesprächs war die energiepolitische Zusammenarbeit beider Länder sowie Vucics Abgang vom Amt des Staatsoberhauptes.
Gasdeal im Fokus
Im Mittelpunkt der Unterredung stand die Gasvereinbarung zwischen Serbien und Russland, die am 30. April ausläuft. Vucic zeigte sich zuversichtlich, dass das Abkommen fortgeführt wird: „Wir haben uns besonders mit der energiepolitischen Zusammenarbeit befasst, das heißt mit der Gasvereinbarung, die am 30. April ausläuft. Ich glaube, dass sie nach dem heutigen Gespräch verlängert wird und wir eine stabile Gasversorgung sicherstellen können.“
Serbien bezieht russisches Gas derzeit zu einem Preis von rund 318 Euro pro tausend Kubikmeter – deutlich unter dem aktuellen Marktpreis von etwa 868 Euro. Diese günstigen Konditionen gelten als direktes Ergebnis der engen persönlichen Beziehung zwischen Vucic und Putin. Darüber hinaus erörterten die beiden Staatschefs die Lage der serbischen Erdölindustrie, konkret des Unternehmens NIS, dessen Situation als komplex gilt.
Weitere Gesprächsthemen waren laufende Projekte der Russischen Eisenbahnen in Serbien sowie die russische Unterstützung bei der Brandbekämpfung. Vucic dankte Putin ausdrücklich für den Einsatz eines russischen Iljuschin-Flugzeugs bei den Löscharbeiten.
Vucics Abgang
Zum Abschluss des Gesprächs informierte Vucic seinen Gesprächspartner über seinen bevorstehenden Rücktritt. „Am Ende habe ich im Namen der Republik Serbien und in meinem persönlichen Namen der Russischen Föderation und Präsident Putin für die Zusammenarbeit in den vergangenen 14 Jahren gedankt und ihn darüber informiert, dass ich morgen meinen Rücktritt einreiche“, so Vucic.
Der formelle Rücktritt ist für den 27. April geplant. Vucic äußerte dabei die Hoffnung, dass künftige Präsidenten Serbiens eine ausgewogene Außenpolitik verfolgen werden.