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EU-Milliarden-Topf

Wichtiger als Deutschland? Merz verzichtet auf Erstattung für Ukraine-Hilfe

Wichtiger als Deutschland? Merz verzichtet auf Erstattung für Ukraine-Hilfe
FOTO: EPA
2 Min. Lesezeit |

Milliarden für die Ukraine – auf Kosten des eigenen Haushalts. Berlin trifft eine Entscheidung, die innenpolitisch für Zündstoff sorgt.

Berlin setzt in der Debatte um die Finanzierung militärischer Hilfe für die Ukraine ein klares Signal: Die Bundesregierung wird keine Rückerstattung aus der Europäischen Friedensfazilität beantragen und lässt die entsprechenden Mittel im EU-Fonds, damit sie weiterhin für die Unterstützung Kiews genutzt werden können.

Konkret bedeutet das: Deutschland verzichtet darauf, sich Kosten für bereits geleistete Waffenlieferungen an die Ukraine aus dem europäischen Rahmen erstatten zu lassen. Die Europäische Friedensfazilität ist jener EU-Mechanismus, über den Mitgliedstaaten Ausgaben für militärische Hilfe grundsätzlich rückerstatten lassen können. Im Juni 2026 wurden dafür 6,6 Milliarden Euro freigegeben.

Berlin will diese Mittel stattdessen im System belassen, um sie der Ukraine zugutekommen zu lassen. Im deutschen Bundeshaushalt 2026 sind für militärische Unterstützung der Ukraine insgesamt 11,5 Milliarden Euro vorgesehen.

Innenpolitischer Streit

Die Entscheidung ist innenpolitisch nicht unumstritten. Kritiker halten es für fragwürdig, auf mögliche Rückflüsse in den eigenen Haushalt zu verzichten, während Deutschland gleichzeitig mit erheblichen finanziellen Engpässen zu kämpfen hat. Die Grundsatzfrage, die dabei aufgeworfen wird, ist jene nach der Prioritätensetzung: Geht die Solidarität mit der Ukraine vor, oder müssen nationale Haushaltszwänge den Ausschlag geben?

Die Bundesregierung begründet ihren Kurs mit sicherheitspolitischen Erwägungen. Eine koordinierte europäische Unterstützung der Ukraine sei für die Stabilität der gesamten Region unverzichtbar. Befürworter der Entscheidung verweisen darauf, dass eine Rückholung der Mittel nach Deutschland wenig Sinn ergebe, wenn diese letztlich ohnehin wieder in Richtung Kiew fließen würden.

Merz unter Druck

Die Auseinandersetzung macht deutlich, unter welchem Druck Bundeskanzler Friedrich Merz innenpolitisch steht. Deutschland bewegt sich zwischen dem Anspruch geopolitischer Verantwortung und dem Zwang zur haushaltspolitischen Konsolidierung.

Kritiker hingegen pochen auf eine stärkere Orientierung an der deutschen Haushaltslage.

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KO KOSMO-Redaktion
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