Selenskyjs Auftritt bei der UNO hatte es in sich – mit einer Botschaft, die weit über die Ukraine hinausgeht.
Wolodymyr Selenskyj hat in seiner Rede vor der UNO-Generalversammlung unmissverständlich klargemacht, dass die Bedrohung durch Russland weit über die Grenzen der Ukraine hinausreicht. Der ukrainische Präsident verwies dabei ausdrücklich auf Staaten wie die Republik Moldau, Polen und die baltischen Länder, die er als unmittelbar unter dem Einfluss Moskaus stehend bezeichnete. Darüber hinaus betonte er, dass Russland die staatliche Souveränität von Ländern im Südkaukasus und in Zentralasien systematisch missachte.
Globale Einmischung
Selenskyj weitete seine Kritik in der Folge auf den globalen Rahmen aus. Syrien und mehrere afrikanische Staaten hätten die Brutalität russischer Einmischung am eigenen Leib erfahren. Nordkorea wiederum nutze die enge militärische Kooperation mit Russland, um seine eigenen Rüstungskapazitäten gezielt auszubauen.
Den russischen Präsidenten bezeichnete Selenskyj in diesem Zusammenhang als „Patient Null“ – und untermauerte damit seine zentrale Forderung: „Putin ist der Patient Null, von dem die Idee des Krieges sich immer weiter verbreitet.“ Konsequenterweise fügte er hinzu: „Putin muss gestoppt werden.“
Ukraines Sicherheitsrolle
Neben der Warnung vor russischer Aggression skizzierte Selenskyj auch die sicherheitspolitische Rolle, die die Ukraine künftig einnehmen könne. Er appellierte an die internationale Gemeinschaft, die Ukraine mit Flugabwehrsystemen auszustatten, und verwies auf das Projekt Freyja – eine gemeinsame Initiative mit internationalen Partnern zur Entwicklung eines integrierten Abwehrsystems gegen Drohnenangriffe. Trotz des andauernden Krieges sei es das erklärte Ziel, die Ukraine zu einem aktiven Lieferanten von Sicherheit für die gesamte Region zu machen.