Selenskyj und Trump, Seite an Seite in New York – ein Treffen mit klarer Botschaft und konkreten Forderungen an Moskau.
Wolodymyr Selenskyj drängt auf ein rasches Ende des Ukraine-Krieges, noch bevor der Winter einsetzt und die humanitäre Lage im Land weiter verschärft.
Am Rande der UN-Generalversammlung in New York traf der ukrainische Präsident am Dienstag mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen mögliche Schritte zur Deeskalation des Konflikts sowie die Frage, wie ein Waffenstillstand vor Beginn der kalten Jahreszeit erreicht werden könnte.
Treffen mit Trump
Selenskyj zog nach dem Gespräch eine positive Bilanz: „Ich hatte gerade ein positives und produktives Treffen mit Präsident Trump.“ Neben der Deeskalationsfrage erörterten beide Seiten auch ein mögliches Luftverteidigungspaket für den Winter. Selenskyj unterstrich dabei den gemeinsamen Willen beider Länder: „Sowohl die USA als auch die Ukraine wollen, dass dieser sinnlose russische Krieg noch vor dem Winter endet.“
Seit dem russischen Einmarsch im Februar 2022 gehören gezielte Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur zu den wiederkehrenden Mustern der russischen Kriegsführung – besonders in den Wintermonaten. Die Ukraine ihrerseits greift russische Energieanlagen an, um den militärischen Nachschub des Kremls zu beeinträchtigen. Zuletzt wurden dabei Raffinerien in den russischen Regionen Baschkortostan und Samara beschädigt.
Energiesektor im Fokus
Selenskyj signalisierte Gesprächsbereitschaft: Er sei bereit, die ukrainischen Angriffe auf russische Energieanlagen einzustellen, sofern Moskau dasselbe tue. Gleichzeitig machte er deutlich, wo für ihn die Prioritäten liegen: „Der Energiesektor der Ukraine, unsere kritische Infrastruktur und unsere Lebensmittelexporte dürfen nicht länger Ziele Russlands sein.“
Trump äußerte sich kritisch über den anhaltenden Konflikt und dessen wirtschaftliche Folgen – insbesondere mit Blick auf die Kraftstoffpreise. „Eine große Zahl ihrer Dieselraffinerien wurde in die Luft gesprengt und ist zumindest vorübergehend außer Betrieb“, sagte er und bezeichnete den Krieg als „lächerlich und nie endend“.