Diesel ist in Österreich wieder extrem teuer – doch laut einer neuen Analyse erklärt der höhere Ölpreis nur einen Teil des kräftigen Anstiegs.
In Österreich sind die Treibstoffpreise seit Ende Februar deutlich gestiegen. Das Momentum Institut hat nun untersucht, wie sich der Preisanstieg bei Diesel auf Rohölkosten, Steuern und weitere Preisaufschläge verteilt.
Zwischen dem 14. und 20. September lag der durchschnittliche Dieselpreis in Österreich bei 2,24 Euro pro Liter. Ende Februar waren es noch 1,55 Euro. Nach Berechnungen des Momentum Instituts entfallen knapp 60 Prozent dieses Preisanstiegs auf höhere Aufschläge von Raffinerien und Tankstellen.
Versteckte Preisaufschläge
Nach der Berechnung des Momentum Instituts verteuerte sich Diesel seit Ende Februar von 1,55 auf 2,24 Euro pro Liter. Von diesem Anstieg um rund 70 Cent entfallen demnach etwa 20 Cent auf den höheren Rohölpreis, rund 10 Cent auf Steuern und Abgaben und etwa 40 Cent auf gestiegene Aufschläge von Raffinerien und Tankstellen. Diese Aufschläge entsprechen jedoch nicht automatisch dem Unternehmensgewinn: Darin enthalten sind auch Kosten für Raffination, Transport und Vertrieb sowie die Gewinnspanne. Momentum-Ökonom Leonard Jüngling kritisiert dennoch, dass die Aufschläge in den vergangenen Monaten stark gestiegen seien.
Politische Forderungen
Das Momentum Institut fordert angesichts der Entwicklung strengere Begrenzungen der Margen sowie eine stärkere Besteuerung von Übergewinnen der Mineralölbranche. Nach Ansicht des Instituts sollten entsprechende Maßnahmen möglichst auf europäischer Ebene umgesetzt werden, damit Unternehmen Gewinne nicht in andere Länder verlagern können. In Österreich bestehen bereits eine Margenbegrenzung im Rahmen der Spritpreisbremse sowie der Energiekrisenbeitrag für fossile Energieträger.
Nach Berechnungen des Momentum Instituts fließen durch die höheren Preisaufschläge derzeit täglich rund vier Millionen Euro zusätzlich in den Mineralölsektor. Höhere Dieselpreise können darüber hinaus auch Unternehmen im Transport-, Zustell-, Landwirtschafts- und Handwerksbereich belasten und sich dadurch indirekt auf die Preise weiterer Waren und Dienstleistungen auswirken.