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Ultimatum

Angriff verschoben? Iran und USA prüfen Vorschlag aus Pakistan

Angriff verschoben? Iran und USA prüfen Vorschlag aus Pakistan
FOTO: EPA/YURI GRIPAS
3 Min. Lesezeit |

Vier Stunden vor Ablauf des Ultimatums gerät die Weltpolitik ins Zittern – und plötzlich schaltet sich ein unerwarteter Vermittler ein.

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einem Militärschlag gedroht, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht freigeben. Die für den globalen Energiehandel strategisch bedeutsame Meerenge steht im Zentrum der eskalierenden Auseinandersetzung zwischen Washington und dem iranischen Regime. Trump setzte die Frist auf Dienstag, 20 Uhr Eastern Time, und stellte klar: Komme es zu keiner Öffnung, würden schwere Angriffe auf kritische Infrastruktur folgen – darunter Kraftwerke und Brücken.

Pakistans Vermittlung

Nur vier Stunden vor Ablauf des Ultimatums – um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit – kam Bewegung in die festgefahrene Lage. Pakistans Armeechef Feldmarschall Asim Munir arbeitete einen zweistufigen Friedensvorschlag aus, das sogenannte „Islamabad Accord“, das eine sofortige Einstellung aller Militäroperationen und eine 15- bis 20-tägige Verhandlungsphase zur Finalisierung einer dauerhaften Regelung vorsieht. Ministerpräsident Shehbaz Sharif wandte sich direkt an Trump mit der Bitte um Fristverlängerung. Gleichzeitig appellierte er an die „iranischen Brüder“, die Straße von Hormus als Zeichen des guten Willens zu öffnen.

Eine Sprecherin des Weißen Hauses in Washington bestätigte, dass Trump über den pakistanischen Vorschlag informiert worden sei und eine Reaktion folgen werde. Auch aus Teheran kamen vorsichtig positive Signale: Ein hochrangiger iranischer Vertreter erklärte gegenüber Reuters, man prüfe den Vorschlag wohlwollend.

Zuvor hatte Trump auf der Plattform Truth Social mit ungewöhnlich drastischen Worten seinen Willen zur Konfrontation bekundet. „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und nie wiederkehren. Ich will das nicht, aber es wird wohl so kommen.“ Mit dieser Aussage erhöhte er den Druck auf die Führung in Teheran, sich einer Waffenruhe unter US-amerikanischen Bedingungen zu fügen.

Zugleich richtete er sich mit einer Botschaft der Solidarität an die iranische Bevölkerung: „47 Jahre Erpressung, Korruption und Tod werden endlich enden. Gott segne das großartige Volk des Iran!“

Teherans Reaktion

Das Regime in Teheran reagierte seinerseits mit einer ungewöhnlichen Mobilisierung: Tausende Anhänger – darunter Frauen und Kinder – wurden auf die Straße geschickt und vor Kraftwerken sowie auf Brücken positioniert. Die Absicht dahinter war offenkundig: Die menschliche Präsenz an diesen Standorten sollte potenzielle US-amerikanische Luftangriffe auf die Infrastruktur des Landes verhindern.

In einem kurzen Telefonat mit dem Axel Springer Global Reporters Network, dem auch BILD angehört, äußerte sich Trump zur Lage: Eine langfristige Strategie gegenüber dem Iran sei „alles, woran ich denke“.