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Handelskonflikte

WIFO-Chef warnt im ORF: Ölpreise explodieren – „heute noch tanken

WIFO-Chef warnt im ORF: Ölpreise explodieren – „heute noch tanken
(Foto: Pexels)
3 Min. Lesezeit |

Österreichs Wirtschaft steht vor einer neuen Realität – und ein führender Ökonom zieht daraus klare, unbequeme Schlüsse.

WIFO und IHS haben am Freitag ihre Wachstumserwartungen für das Jahr 2026 spürbar nach unten korrigiert. Die aktualisierten Zahlen sind dabei nicht nur von akademischem Interesse: Das Finanzministerium stützt sich auf diese Daten bei der Ausarbeitung des Doppelbudgets 2027/28.

WIFO-Direktor Felbermayr sprach in diesem Zusammenhang von einer „neuen, unangenehmen Normalität“ – einem Zustand, der sich aus dem Vergleich mit den vergangenen Jahren ergibt. Die Wirtschaft habe sich grundlegend verändert, getrieben von zunehmenden Handelskonflikten und der schwindenden Autorität internationaler Institutionen wie der WTO. Für Österreich als stark exportabhängige Volkswirtschaft wiege das besonders schwer.

„Die Dinge sind anders als vor 2015″, betonte Felbermayr. Die Wirtschaftspolitik müsse dieser Realität Rechnung tragen und unter anderem beim Thema Staatsverschuldung mit größerer Vorsicht vorgehen.

Iran-Krieg & Europa

In der ORF-Pressestunde am Sonntag äußerte sich Felbermayr nicht nur zu den aktuellen Prognosen, sondern auch zu den jüngsten Entwicklungen rund um den Iran-Krieg, wo die Verhandlungen erneut gescheitert sind. Der neuerliche Abbruch sei „keine gute Nachricht“, so der Ökonom. Zwar ließen sich Prognosen nicht kurzfristig anpassen, doch die Auswirkungen würden sich rasch in den Energiepreisen zeigen.

„Am Montag werden wir wieder eine Tendenz nach oben sehen – daher besser heute noch tanken“, warnte Felbermayr. Besonders in den USA seien Treibstoffpreise ein politisch heikles Thema, weshalb aus Washington durchaus Druck entstehen könnte, den Konflikt einzudämmen.

Auf europäischer Ebene ortete er erhebliche Versäumnisse. Der Binnenmarkt sei „das größte Schutzschild“, das Europa zur Verfügung stehe – doch bei konkreten Projekten wie einem gemeinsamen Energiemarkt oder der Stärkung der Pharmaindustrie habe man kaum Fortschritte erzielt. „Es wird viel geredet, aber wenig umgesetzt“, kritisierte er.

Österreichs Sparpläne

Die Sparpläne der österreichischen Bundesregierung beurteilte Felbermayr ebenfalls skeptisch. Die vom Finanzminister angekündigten zusätzlichen Einsparungen von zwei Milliarden Euro bezeichnete er als „unambitioniert“ – realistisch und notwendig wären aus seiner Sicht drei bis vier Milliarden. Als konkreten Ansatzpunkt nannte er Pensionserhöhungen, die nicht gesetzlich verankert sind und ein Einsparpotenzial von rund 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro böten.

Grundsätzlich brauche die Budgetpolitik mehr Mut und Beweglichkeit: „Nicht abzuwarten, bis wir Prognosen vorlegen, wäre klug – alles andere wäre dumm.“ Das Doppelbudget an sich bewertete er als sinnvolles Instrument, allerdings sollte es angesichts des derzeit leichten wirtschaftlichen Aufschwungs deutlich ambitionierter gestaltet werden.

Beim Konsolidierungskurs müsse letztlich „jeder beitragen“. Neben Pensionen und Sozialleistungen verwies Felbermayr auch auf Parteiförderungen als möglichen Bereich für Kürzungen. Langfristig führe kein Weg an einer grundlegenden Pensionsreform vorbei.

Ein faktisches Pensionsantrittsalter von 65 Jahren sei auf Dauer nicht haltbar, wenn die Lebenserwartung weiter steige. „Wenn wir ein Jahr länger leben, sollten wir ein halbes Jahr länger arbeiten und ein halbes Jahr länger in Pension sein“, so Felbermayr.

Parallel dazu müsse auch die gesunde Lebenserwartung gezielt verbessert werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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