Eine Klage gegen den eigenen Gründer – der Streit um Sentebale trifft Prinz Harry nun auf juristischer Ebene.
Prinz Harry (41) sieht sich mit einer Klage der Hilfsorganisation konfrontiert, die er einst selbst ins Leben gerufen hat. Wie aus Gerichtsakten hervorgeht, die britischen Medien vorliegen, reichte die NGO Sentebale im März eine Verleumdungsklage gegen ihn sowie gegen den ehemaligen Treuhänder der Organisation, Mark Dyer, ein. Beide Betroffenen wiesen die erhobenen Vorwürfe laut einer Mitteilung ihres Sprecherteams, aus der die „New York Times“ und „Variety“ zitierten, „kategorisch“ zurück.
Dem Rechtsstreit liegen wechselseitige Anschuldigungen zugrunde: Auf der einen Seite steht die amtierende Vorsitzende der Organisation, Sophie Chandauka, auf der anderen Prinz Harry. Chandauka warf dem Royal unter anderem Mobbing vor und machte seinen Rückzug aus dem engeren Kreis der britischen Königsfamilie für den Abgang zahlreicher Spender verantwortlich. In einem TV-Interview sprach Chandauka von „Mobbing im großen Stil“ durch Prinz Harry. Harry bestritt diese Darstellungen.
Koordinierte Medienkampagne
In einer offiziellen Stellungnahme von Vorstand und Geschäftsführung von Sentebale, mit der die Klage bestätigt wird, ist von einer „koordinierten, negativen Medienkampagne“ die Rede, die seit März 2025 dem Ansehen der Organisation geschadet habe. „Das Verfahren wurde gegen Prinz Harry und Mark Dyer angestrengt, die durch Beweise als Drahtzieher dieser negativen Medienkampagne identifiziert wurden“, heißt es in der Erklärung. Diese Kampagne habe eine „Flut an Cybermobbing“ gegen die Organisation und ihre Führung ausgelöst.
In der Stellungnahme wurde zudem als „außergewöhnlich“ bezeichnet, dass Mittel einer Wohltätigkeitsorganisation nun für rechtliche Schritte gegen jene Personen eingesetzt werden, die diese Organisation aufgebaut und über lange Zeit unterstützt hätten, anstatt die Gelder jenen Gruppen zugutekommen zu lassen, für die sie ursprünglich bestimmt seien. Harry hatte Sentebale gemeinsam mit Mitbegründer Prinz Seeiso von Lesotho im März 2025 nach einem internen Führungsstreit als Schirmherr verlassen. Die Organisation widmet sich vorrangig der Unterstützung von Aids-Waisen in Lesotho und Botswana; die beiden Prinzen hatten sie 2006 zum Gedenken an ihre verstorbenen Mütter gegründet.
Behördliche Untersuchung
Die zuständige britische Aufsichtsbehörde gelangte nach einer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass es innerhalb der Organisation keine Belege für „systematisches Mobbing“ oder Belästigungen gegeben habe und auch keine Hinweise auf eine Kompetenzüberschreitung durch Harry vorlägen. Gleichwohl richtete die Behörde Kritik an alle beteiligten Parteien, weil der Konflikt öffentlich ausgetragen worden war.
Harry und seine Frau Meghan (44) hatten sich im Jahr 2020 von ihren royalen Verpflichtungen zurückgezogen. Seither leben sie gemeinsam mit ihren beiden Kindern Archie (6) und Lilibet (4) in den Vereinigten Staaten.
Das Verhältnis zur britischen Königsfamilie gilt als tiefgreifend belastet.