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Wasserknappheit

Wasserkrise in Österreich? Rekordtiefs bei Grundwasser gemessen

Wasserkrise in Österreich? Rekordtiefs bei Grundwasser gemessen
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Noch vor dem Sommer zeigen Österreichs Grundwasserreserven alarmierende Tiefstände – mit Rekordwerten, die es so noch nie gab.

Österreichs Grundwasserreserven stehen bereits vor dem Sommer erheblich unter Druck. Eine aktuelle Auswertung der Umweltorganisation Greenpeace zeigt, dass die Wasserstände im Untergrund in großen Teilen des Landes auf einem ungewöhnlich niedrigen Niveau liegen. Für die Analyse wurden 227 Grundwasser-Messstellen mit Stand Ende April herangezogen.

Das Ergebnis ist deutlich: An rund 70 Prozent der untersuchten Standorte wurden niedrige oder sehr niedrige Wasserstände registriert. Besonders bemerkenswert ist, dass mehr als jede zehnte Messstelle Werte aufweist, die für diesen Zeitpunkt im Jahr noch nie zuvor gemessen wurden.

Regionale Rekordtiefs

Geografisch sind die Unterschiede erheblich. Die am stärksten betroffenen Bundesländer sind Oberösterreich, Salzburg und Kärnten. In Oberösterreich verzeichnet mehr als ein Drittel der Messstellen Rekordtiefs für Ende April, in Salzburg ist es mehr als ein Viertel der Stationen, in Kärnten etwa jede fünfte.

Als wesentliche Ursache führt Greenpeace die anhaltende Trockenheit der vergangenen Monate an. In fünf der letzten sechs Monate sei zu wenig Niederschlag gefallen, in manchen Regionen nur rund ein Drittel der üblichen Menge. Zwar brachte der Februar gebietsweise mehr Regen, das aufgelaufene Defizit ließ sich dadurch jedoch nicht ausgleichen.

Offizielle Stellen bestätigen die grundlegende Entwicklung. Daten der österreichischen Hydrographie belegen, dass der Winter 2025/2026 ungewöhnlich mild und niederschlagsarm verlief. Die geringen Schneemengen hatten zur Folge, dass die Neubildung von Grundwasser deutlich eingeschränkt war.

Bereits im Winterhalbjahr lagen zeitweise rund 60 Prozent der Messstellen unter dem langjährigen Mittelwert. Die Greenpeace-Auswertung trifft damit auf eine Ausgangslage, in der die Grundwasserstände nach einem trockenen Frühjahr weiter gesunken sind. Saisonale Tiefstände sind zwar grundsätzlich ein bekanntes Phänomen, die Häufung sehr niedriger Werte und regionaler Rekordmessungen gilt jedoch als auffällig.

Politische Forderungen

Der Klimawandel gilt als wesentlicher Treiber häufigerer und länger andauernder Trockenperioden in Österreich, die die Grundwasserneubildung verringern. Hinzu kommt, dass mildere Winter weniger Schneefall mit sich bringen und damit die Schmelzwassermengen zurückgehen, die normalerweise einen wichtigen Beitrag zur Auffüllung der unterirdischen Wasservorräte leisten.

Grundwasser ist in Österreich die bedeutendste Quelle für die Trinkwasserversorgung und spielt darüber hinaus für Landwirtschaft und Industrie eine wichtige Rolle. Trotz der angespannten Lage gilt die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser derzeit als gesichert. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass wiederkehrende Trockenphasen auf längere Sicht Risiken mit sich bringen könnten.

Greenpeace knüpft an die Analyseergebnisse konkrete politische Forderungen. Im Vordergrund steht dabei ein Wasserentnahme-Register, das bereits im Regierungsprogramm verankert ist. Dieses soll erstmals einen transparenten Überblick darüber schaffen, in welchem Ausmaß Industrie und Landwirtschaft tatsächlich auf Grundwasser zugreifen.

Eine solche zentrale Erfassung fehlt bislang. Darüber hinaus warnt die Organisation vor Bestrebungen auf europäischer Ebene, die europäische Wasserrahmenrichtlinie zu lockern. Darin sieht Greenpeace eine ernsthafte Gefährdung des Schutzes von Gewässern und Grundwasservorkommen.

Die zentralen Befunde der Auswertung – ein hoher Anteil niedriger Grundwasserstände, ausgeprägte regionale Schwerpunkte und nachvollziehbare meteorologische Ursachen – werden durch offizielle Berichte gestützt.

Offen bleibt allerdings die Frage, wie repräsentativ die Auswahl der 227 Messstellen für das gesamte österreichische Bundesgebiet ist, da nicht das vollständige Messnetz einbezogen wurde.

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KO KOSMO-Redaktion
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