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Triumph

Zverev bricht nach erstem Grand-Slam-Sieg in Tränen aus

Zverev bricht nach erstem Grand-Slam-Sieg in Tränen aus
FOTO: EPA/TERESA SUAREZ
4 Min. Lesezeit |

30 Jahre Warten, ein Finale auf der Kippe – und dann bricht Alexander Zverev in Tränen aus. Paris hat ihn für immer verändert.

Dreißig Jahre hatte Deutschland auf diesen Moment gewartet. Dann war es Alexander Zverev, der die lange Durststrecke beendete: Der 29-Jährige krönte sich bei den French Open in Paris zum Grand-Slam-Champion und besiegte im Finale den Italiener Flavio Cobolli (24) mit 6:1, 4:6, 6:4, 6:7, 6:1. Der letzte deutsche Grand-Slam-Sieger im Herren-Tennis war Boris Becker, der 1996 die Australian Open gewann. Es war ein Sieg, der bis zuletzt auf der Kippe stand – körperliche Probleme im vierten Satz ließen kurz Zweifel aufkommen. Auch Freundin Sophia Thomalla (36) ließ alles stehen und liegen: Mitten in einem Dreh in Köln machte sie sich auf den Weg nach Frankreich, nachdem Zverev den vierten Satz abgegeben hatte.

Krämpfe, mentale Last

Gegen Ende des vierten Satzes musste der Hamburger kurz vom Platz, ließ seinen Oberschenkel behandeln und nahm Medikamente. Die Erklärung lieferte er danach selbst: „Ich hatte Krämpfe und körperlich ein wenig zu kämpfen, auch wenn ich nicht glaube, dass die Krämpfe körperlicher Natur waren. Ich glaube, sie waren eher mentaler Art.“ Die Nerven hätten in diesem Endspiel eine größere Rolle gespielt als in den Wochen zuvor, räumte er ein.

Doch am Ende zählte für ihn nur eines: „Am Ende des Tages ist mir das alles relativ egal, denn ich habe meinen ersten Grand Slam gewonnen und bin unfassbar glücklich darüber.“ Wer Zverev noch in Wimbledon 2025 gesehen hatte, wie er in der ersten Runde scheiterte und alles in Frage stellte, der erkennt ihn kaum wieder. Der Weltranglistendritte selbst zieht die Parallele unmissverständlich: „Ich bin im Moment weit von jenem Zeitpunkt entfernt. Das letzte Jahr war wohl eine der schwierigsten Phasen meiner Karriere.“

Mit seinem Triumph schrieb Zverev gleich doppelt Geschichte – als erster Deutscher seit drei Jahrzehnten und als erster Diabetiker überhaupt, der einen Grand-Slam-Titel holte. Diesen zweiten Aspekt will er weder überhöhen noch kleinreden: „Es ist aber wichtig für viele Kinder und Eltern, damit sie sehen, man kann sich auch mit dieser Krankheit Träume erfüllen und alles erreichen.“ An seinem Glauben an sich selbst hatte er nie gezweifelt: „Ich habe immer geglaubt, dass ich einen gewinnen werde.“

Erlösung im Sand

Kurz vor Mitternacht stand Zverev im feinen Zwirn auf der Anlage, den Pokal in den Händen. „Der Sieg bedeutet unfassbar viel. Wir haben auf Grand-Slam-Niveau viele harte Niederlagen als Mannschaft, als Familie gehabt. Wir haben viele enge Matches verloren, die hätten zum Titel führen können. Wir haben uns Zeit genommen für den Titel, es aber geschafft.“

Mit dem Titel im Gepäck blickt Zverev auch auf künftige Endspiele mit anderen Augen. „Wenn ich das nächste Mal ein Finale spiele, dann weiß ich, auch wenn ich verliere, dass ich Grand-Slam-Champion bin. Das kann mir keiner mehr nehmen.“ Bei seinem 41. Grand-Slam-Turnier und im vierten Finale fiel die Last ab. Vor diesem Triumph hatte Zverev drei Grand-Slam-Endspiele verloren: bei den US Open 2020 gegen Dominic Thiem sowie bei den French Open 2022 und 2023 gegen Rafael Nadal und Novak Djokovic. Zverev ließ sich rücklings in den Sand fallen – eine Geste, die unweigerlich an jenen schmerzhaften Moment vor vier Jahren erinnerte, als er sich im Halbfinale gegen Rafael Nadal (40) schwer verletzte. Diesmal aber flossen Freudentränen.

Den Augenblick des Begreifens beschreibt er so: „Ich konnte gar nicht glauben, dass ich gewonnen hatte. Dann sah ich meine Box, und alle dort jubelten. Als ich sah, wie mein Vater die Arme in die Höhe riss, wurde mir erst richtig klar: Okay, ich habe gewonnen.“ Was dann folgte, war pure Entladung: „Als ich dann auf dem Boden lag, brachen sich all die Emotionen Bahn. Die unschönen Momente haben immer so ein bisschen überwogen. Ich glaube, über diesem Pokal wird nichts mehr drüberstehen. Der steht über allem.“

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KO KOSMO-Redaktion
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