Ein Brandanschlag auf eine Schule, wochenlange Ermittlungen – und ein Motiv, das kaum jemand erwartet hätte.
Ein Molotowcocktail, der mitten in der Nacht gegen eine Schule in Ansfelden geschleudert wurde – das war der Ausgangspunkt wochenlanger Ermittlungen des Landeskriminalamts Oberösterreich. Im April hatte der Anschlag das Schulgebäude schwer verrußt. Nun ist der Fall gelöst: Die Beamten konnten einen 15-Jährigen aus dem Bezirk Linz-Land als Tatverdächtigen identifizieren.
In seiner Einvernahme räumte der Jugendliche laut Polizei die Tat vollständig ein. Er habe zwei Molotowcocktails gegen die Verglasung des Haupteingangs geworfen und damit den Brand sowie die erheblichen Schäden am Gebäude verursacht. Als Beweggrund nannten die Ermittler den Wunsch des Teenagers nach unterrichtsfreien Tagen – und die Hoffnung, einen bereits angesetzten Elternsprechtag zu verhindern.
Tatablauf rekonstruiert
Wie bereits berichtet worden war, hatte der zunächst unbekannte Täter in der Nacht auf den 23. April gegen 1.20 Uhr die Glasscheibe der Eingangstür einer Schule in der Schulstraße eingeschlagen und anschließend einen brennenden Gegenstand in das Innere des Gebäudes geworfen. Das Feuer selbst blieb räumlich begrenzt, doch Rauch und Ruß zogen sich durch weite Teile der Schule.
Entdeckt wurde der Schaden erst Stunden später, als der Schulwart bei Dienstantritt den Brandgeruch wahrnahm und Alarm schlug. Die Feuerwehr rückte aus und löschte den Brand rasch. Für den Schulbetrieb hatte der Vorfall dennoch spürbare Konsequenzen: Das Gebäude musste vorübergehend geschlossen werden, der Unterricht fand in Ausweichräumen statt.
Laut Staatsanwaltschaft Linz wird gegen den 15-Jährigen wegen des Verdachts der versuchten Brandstiftung ermittelt. Da er minderjährig ist, kommt das Jugendstrafrecht zur Anwendung. Die Staatsanwaltschaft gibt für diesen Tatverdacht eine mögliche Höchststrafe von bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug an.