Österreich arbeitet – aber immer seltener in Vollzeit. Ein neuer Rekordwert rückt das Land an die EU-Spitze.
Österreich verzeichnete im zweiten Quartal 2026 eine weitgehend stabile Erwerbstätigkeit – knapp 4,5 Millionen Menschen gingen einer bezahlten Beschäftigung nach. Doch hinter dieser Stabilität verbirgt sich eine strukturelle Verschiebung: Immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind nicht mehr in Vollzeit tätig.
Konkret stieg die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 57.200 Personen, während die Zahl der Vollzeiterwerbstätigen im gleichen Ausmaß – nämlich um 57.400 – zurückging. Die Teilzeitquote kletterte damit auf 32,1 Prozent, was Österreich im EU-weiten Vergleich auf den zweiten Rang befördert. Insgesamt wurden im zweiten Quartal 2026 rund 1,74 Milliarden Arbeitsstunden geleistet. „Damit setzt sich der Trend zur Teilzeitarbeit nach einem Rückgang im Jahr 2025 weiter fort“, kommentierte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria, die Entwicklung.
EU-weiter Vergleich
Im europäischen Kontext liegt Österreich nur knapp hinter den Niederlanden, die mit einer Teilzeitquote von 44,1 Prozent an der Spitze stehen. Deutschland folgt mit 31,6 Prozent, der EU-Schnitt beträgt 18,9 Prozent. Am anderen Ende der Skala finden sich Länder wie Bulgarien und Rumänien, wo Teilzeitarbeit nach wie vor kaum verbreitet ist.
Frauen besonders betroffen
Besonders ausgeprägt ist der Teilzeitanteil bei Frauen: Knapp 1,1 Millionen Österreicherinnen arbeiten in reduziertem Stundenausmaß – das entspricht 51,1 Prozent aller erwerbstätigen Frauen. Bei Männern liegt der vergleichbare Anteil bei 14,8 Prozent.
Bemerkenswert ist zudem, dass die Erwerbstätigenquote bei Frauen zwischen 55 und 64 Jahren auf 58,3 Prozent gestiegen ist.