Wien wächst und mit der Stadt auch ihr Müll. Ein Milliardenprojekt im 22. Bezirk soll die Entsorgung der Zukunft sichern.
Der Umweltausschuss der Stadt Wien hat in dieser Woche den Startschuss für die Planung einer neuen Abfallbehandlungsanlage gegeben. Das Vorhaben ist eine direkte Antwort auf das prognostizierte Bevölkerungswachstum: Bis 2055 könnte Wien rund 2,4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählen.
Ort des Geschehens
Errichtet werden soll die Anlage in Wien-Donaustadt, unmittelbar neben der bestehenden Reststoffdeponie Rautenweg. Besonders Wien-Floridsdorf und Wien-Donaustadt verzeichnen einen überdurchschnittlichen Bevölkerungszuwachs. Eine Strategische Umweltprüfung wurde bereits abgeschlossen. Die Planungskosten – inklusive detaillierter Gutachten und Untersuchungen – belaufen sich auf 13,7 Millionen Euro. Für die gesamte Umsetzung des Projekts sind aus dem laufenden Budget der Stadt Wien bis 2034 insgesamt 240 Millionen Euro reserviert.
Recycling & Energie
Die künftige Anlage ist für die Verarbeitung von Rest- und Sperrmüll ausgelegt. Wertstoffe wie Kunststoffe und Metalle sollen dabei noch vor der Verbrennung aussortiert und dem Recycling zugeführt werden – eine Anforderung, die ab 2035 durch verbindliche EU-Recyclingquoten ohnehin verpflichtend wird.
Die bei der Verbrennung entstehende Abwärme wird in Strom und Wärme umgewandelt, was angesichts des wachsenden Wärmebedarfs in den nördlichen Bezirken der Stadt besonders ins Gewicht fällt. Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky betonte die strategische Bedeutung des Projekts: „Durch diese Anlage soll Wien auch in Zukunft unabhängig im Bereich der Abfallwirtschaft bleiben.“
Der Baubeginn ist frühestens für 2030 vorgesehen, die Inbetriebnahme soll 2034 erfolgen – rechtzeitig vor der anstehenden Sanierung bestehender Anlagen.