50 Jahre Atemnot, ungezählte Untersuchungen – und ein winziges Plastikteil, das niemand sehen wollte. Eine 59-jährige Kanadierin hat mehr als fünf Jahrzehnte ihres Lebens mit einem Plastikbecher in ihren Atemwegen verbracht, ohne dass die Ursache ihrer anhaltenden Beschwerden je erkannt wurde.
Seit ihrer Kindheit litt die Frau unter wiederkehrenden Atembeschwerden und Lungenentzündungen. Zahlreiche medizinische Untersuchungen blieben ohne Befund, die Ursache ihrer Beschwerden im Verborgenen. Erst eine Computertomografie lieferte schließlich den entscheidenden Hinweis: Ein Bereich ihrer Lunge war kollabiert, die Atemwege deutlich verengt.
Rätselhafter Befund
Eine daraufhin durchgeführte Lungenspiegelung brachte das Rätsel ans Licht. Tief in ihren Bronchien fanden Ärzte einen winzigen Becher aus einem Barbie-Puppenhaus. Dass das Plastikteil über Jahrzehnte unentdeckt geblieben war, hat einen einfachen Grund: Kunststoff ist auf herkömmlichen Röntgenaufnahmen kaum sichtbar.
Mit der Entfernung des Fremdkörpers verschwanden auch die Beschwerden, die die Frau ein halbes Leben lang begleitet hatten.
Kindlicher Verdacht
Wie das Fachjournal „Case Reports in Pulmonology“ berichtet, hatte die Patientin bereits im Alter von acht Jahren den Verdacht geäußert, den Becher eingeatmet zu haben. Gehör fand sie damit nicht. Der Fall gilt seither als eindrückliches Beispiel dafür, wie schwer unbemerkte Fremdkörper in den Atemwegen zu diagnostizieren sind, und mahnt die Medizin, bei ungeklärten Atembeschwerden auch langfristig im Körper verbliebene Objekte als mögliche Ursache in Betracht zu ziehen.