Marine Le Pen und Russland – lange ein heikles Verhältnis. Nun setzt die Präsidentschaftskandidatin ein ungewöhnlich klares Signal.
Marine Le Pen hat in den vergangenen Tagen ihren Kurs gegenüber Russland spürbar verschärft. Die französische Rechtsnationalistin und Präsidentschaftskandidatin bezieht nun klar Stellung gegen russische Einflussnahmen auf die französische Innenpolitik. Konkreter Anlass war ein Dekret des russischen Präsidenten Wladimir Putin vom 17. September 2026, mit dem Moskau die russischen Vermögenswerte europäischer Unternehmen unter Zwangsverwaltung stellte – darunter die französische Warenhauskette Auchan sowie der Schweizer Konzern Nestlé. Die Verwaltung wurde der in Moskau ansässigen Aktiengesellschaft L.E.V. Management übertragen.
Le Pens Kurswechsel
In einem gemeinsam mit Parteichef Jordan Bardella verfassten Schreiben machte Le Pen unmissverständlich deutlich, wo die außenpolitischen Entscheidungen Frankreichs getroffen werden. „Wir werden niemals tolerieren, dass eine ausländische Macht, in diesem Fall Russland, hoffen kann, direkt oder indirekt die Politik unseres Landes durch Einschüchterung, Bedrohung, Destabilisierung oder psychologischen Druck zu diktieren“, heißt es in dem Schreiben. Beide Politiker bekräftigten zudem: „Keine Provokation, keine Geheimoperation und keine Destabilisierungsaktion können Frankreich dazu bringen, Russland das Erlangen seiner Kriegsziele in der Ukraine zu erleichtern.“
Le Pen, die bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr kandidiert und in aktuellen Umfragen mit 33 bis 36 Prozent in der ersten Runde deutlich vor ihren Mitbewerbern liegt, vollzieht mit dieser Positionierung eine merkliche Kurskorrektur. In der Vergangenheit war sie wiederholt dafür kritisiert worden, auf Distanz zum Kreml nur zögerlich zu bestehen.
Ihre nun deutlich schärfere Rhetorik gegenüber Moskau markiert eine klare Abgrenzung von diesem früheren Bild.