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Krawallnacht

Gewalt, Plünderungen: Rund 100 Festnahmen nach Protesten in Barcelona

Gewalt, Plünderungen: Rund 100 Festnahmen nach Protesten in Barcelona
FOTO: EPA
2 Min. Lesezeit |

Ein Aufruf im Netz, kein erkennbares Ziel und plötzlich brennt es im Herzen Barcelonas. Die Behörden kündigen Konsequenzen an.

Im Zentrum von Barcelona ist ein Jugendprotest, zu dem ohne Vorankündigung in sozialen Netzwerken aufgerufen worden war, aus dem Ruder gelaufen. Ab etwa 18.00 Uhr häuften sich Sachbeschädigungen und Zusammenstöße, die sich bis tief in die Nacht hinzogen.

Wie Medien berichten, nahmen die katalanische und die städtische Polizei rund 100 Personen fest, etwa ein Viertel von ihnen Minderjährige. Mehr als 220 Beamtinnen und Beamte sollen im Einsatz gewesen sein.

Schäden im Zentrum

Wie El País und der Sender Betevé berichten, demolierten Gruppen von Jugendlichen Mobiliar im Straßenraum sowie Fahrräder und Motorräder, plünderten Geschäfte und zündeten Müllcontainer an. Sie waren einem Aufruf im Internet ins Zentrum von Barcelona gefolgt. Worauf die Aktion konkret abzielte, ist nach derzeitigem Informationsstand offen.

Am Abend blieb die Situation angespannt. Das Eingreifen der Einsatzkräfte sollte weitere Sachschäden verhindern und die Ordnung wiederherstellen.

Politische Reaktionen

Kataloniens Ministerpräsident Salvador Illa ging mit den Ausschreitungen scharf ins Gericht. Laut El País äußerte er sich wörtlich so: „Gewalt hat in Katalonien keinen Platz. Niemals. Protestieren ist ein demokratisches Recht. Angriffe, Einschüchterungen und Sachbeschädigung hingegen nicht.“

Von „grundloser Gewalt und Vandalismus“ sprach spät am Abend Barcelonas Bürgermeister Jaume Collboni, der zugleich Maßnahmen ankündigte: „Wir werden nicht zulassen, dass das Geschehene ungestraft bleibt“ und „Wir werden nicht zulassen, dass die Stadt verwüstet wird.“ Nach diesen Angaben sollen die Konsequenzen sowohl erwachsene Beteiligte als auch Verantwortliche von Minderjährigen treffen. Den Großeinsatz koordinierten die Mossos d’Esquadra, die Polizei Kataloniens, gemeinsam mit der Guardia Urbana.

Dem derzeitigen Informationsstand zufolge wurde die Kundgebung über soziale Netzwerke auf die Straße gebracht, konkrete Forderungen ließen sich vor Ort nicht ausmachen. Gleichzeitig flammten auch in französischen und italienischen Städten neuerlich Proteste auf, bei denen es zu Gewalt kam. Die Teilnehmenden übten dabei unter anderem Kritik an den hohen Lebenshaltungskosten.

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KO KOSMO-Redaktion
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