Ein Formular für jeden Fluggast, kaum Zeit zur Umsetzung. Wegen der neuen Ebola-Regeln der USA gehen die Airlines nun auf Konfrontation.
Führende US-amerikanische und internationale Fluglinien fordern die US-Gesundheitsbehörde CDC auf, die geplanten Einreiseregeln zur Ebola-Prävention noch einmal zu überdenken. Der Grund ist die äußerst knappe Frist für die Umsetzung, die nach Darstellung der Branche die Abläufe bei Airlines und Besatzungen stark belastet.
Künftig sollen alle Personen, die in die USA einreisen, bescheinigen, dass sie sich in den vorangegangenen 21 Tagen nicht in der Demokratischen Republik Kongo aufgehalten haben. Das geht aus bislang unveröffentlichten Schreiben der Verbände IATA und Airlines for America hervor, die Reuters einsehen konnte.
Die International Air Transport Association beanstandet darin vor allem die knappe Zeit bis zur Einführung. „Es ist unzumutbar, dass die US-Regierung von allen Fluggesellschaften, die den US-Markt bedienen, verlangt, ihre Verfahren in weniger als zwei Wochen zu ändern, um von jeder einzelnen Person, die in die USA fliegt (Passagiere und Besatzung), eine Bescheinigung einzuholen“, heißt es im Schreiben der IATA.
Knappe Frist
Nach den Plänen der CDC gilt die 21-Tage-Bescheinigung für sämtliche Passagiere und Besatzungsmitglieder. Den Branchenverbänden ist die Frist bis zur Einführung zu kurz.
In den Schreiben der IATA und von Airlines for America geht es um den Aufwand für die Fluggesellschaften, die Abfertigung der Passagiere und die Anpassung interner Abläufe. Das Zitat der IATA unterstreicht die Kritik am geforderten Tempo.
Am Freitag hielt die CDC Telefonkonferenzen mit großen US-amerikanischen und ausländischen Fluggesellschaften ab, um ihnen die Umsetzung der Vorgaben zu erläutern. Schon seit Jahresbeginn dürfen ausländische Staatsangehörige nicht in die USA einreisen, wenn sie sich in den vorangegangenen drei Wochen in Uganda oder im Südsudan aufgehalten haben. Im Juli wurden diese Beschränkungen auf US-Bürger ausgeweitet.
Bundibugyo-Stamm
Anlass ist der Ebolavirus-Stamm „Bundibugyo“, der sich monatelang unbemerkt ausbreitete, ehe der Ausbruch im Mai gemeldet wurde. Etwa die Hälfte der Infizierten stirbt daran. Eine zugelassene Behandlung gibt es nicht, ebenso wenig einen Impfstoff.