Revolutionäre Neuerungen im Fußball: Die Klub-WM bringt nicht nur ein frisches Format, sondern testet auch bahnbrechende Technologien und Regeländerungen.
Die Klub-Weltmeisterschaft wird in einem völlig neuen Format ausgetragen. Insgesamt 32 Vereine werden in acht Vierergruppen antreten, wie der ehemalige Spitzenschiedsrichter und aktuelle Vorsitzende der FIFA-Schiedsrichterkommission, Pierluigi Collina bestätigte.
Bei diesem Turnier kommen mehrere technologische Innovationen zum Einsatz, darunter eine weiterentwickelte Version des halbautomatischen Abseitssystems. „Die verbesserte Abseitstechnologie wird bald implementiert. Derzeit müssen Spieler manchmal bis zu 40 Meter laufen, bevor der Assistent die Fahne hebt. Das erhöht das Verletzungsrisiko“, erläuterte der Italiener.
„Mit technologischer Unterstützung kann der Linienrichter bei offensichtlichen Abseitsstellungen sofort reagieren, was zu schnelleren und sichereren Entscheidungen führt.“
Neue Regeländerungen
Eine weitere Regeländerung betrifft das Zeitspiel: Hält ein Torwart den Ball länger als acht Sekunden in seinen Händen, wird künftig ein Eckball für die gegnerische Mannschaft verhängt. „Diese Neuerung verfolgt ein klares Ziel – die Unterbindung von Zeitspiel. Sie wird ab diesem Sommer in allen Wettbewerben angewendet“, betonte Collina.
„Wenn Torhüter wissen, dass ihnen ein Eckball droht, werden sie kein Risiko mehr eingehen.“
Zudem wird die sogenannte Ref-Cam eingesetzt – eine in die Ausrüstung der Unparteiischen integrierte Kamera, die sich noch in der Testphase befindet. Sie dient nicht der Entscheidungsfindung, sondern soll das TV-Erlebnis bereichern. „Beim Interkontinental-Pokal haben wir sie bereits getestet und konnten faszinierende Bilder einfangen“, so Collina.
Technische Fortschritte
Der FIFA-Schiedsrichterchef bestätigte außerdem, dass die Regelung, wonach ausschließlich Mannschaftskapitäne mit dem Schiedsrichter kommunizieren dürfen, weiterhin Bestand hat. Auch bei der Abseitserkennung gibt es Fortschritte. Hier hilft mittlerweile der mit Sensoren ausgestattete Spielball, der Berührungen der Akteure registriert. „Dank 12 Kameras – bei diesem Turnier sogar 16 – und 29 Sensorpunkten am Ball können wir präzise bestimmen, wo sich ein Spieler befindet und ob er den Ball berührt hat“, erklärte der Italiener.
Auf die Frage, ob Schiedsrichter zunehmend von der Technologie abhängig werden, gab Collina eine klare Antwort: „Unser Ziel ist es, Fehler zu vermeiden, denn selbst die besten Referees können irren. Im Idealfall haben wir die Technologie zur Verfügung, müssen sie aber nicht einsetzen.
Wenn jedoch etwas schiefgeht, ist es beruhigend zu wissen, dass uns die Technik absichern kann.“