Eine Studie der AK-Vorarlberg zum Thema „Wohnen“ hat ordentlich Staub aufgewirbelt. Laut der Studie sind Baulandhortung und Spekulation mitverantwortlich für die hohen Wohnpreise im Land. Wer steckt dahinter?
Die Studie mit dem Titel „Wem gehört das Land?“ wurde mit Spannung erwartet – schon länger ging das Gerücht um, dass die Arbeiterkammer an einer Erhebung arbeiten würde. Dabei zeigt die Studie auf, dass das Problem der hohen Wohnkosten im Land nicht nur auf das knappe Angebot an Wohnraum zurückzuführen ist, sondern auch auf Baulandhortung und Spekulation.
Baulandhortung
Mit insgesamt 144.720 Wohnbaugrundstückseigentümer:innen, was 36 % der Gesamtbevölkerung im Land entspricht, ist die Besitzverteilung sehr ungleich. Von diesen Besitzenden haben 64 % weder ein Baugrundstück noch ein Haus oder eine Eigentumswohnung. Besonders auffällig ist die geringe Marktverfügbarkeit von gewidmetem Baugrund zu erschwinglichen Preisen.

Die durchschnittliche Grundstücksgröße beträgt in Vorarlberg 720 m², wobei 75 % der Wohnbaugrundstückseigentümer:innen Flächen besitzen, die kleiner als 720 m² sind. Von den insgesamt 144.720 Wohnbaugrundstücks– und Wohnungseigentümer:innen besitzen lediglich 1.509 Personen Flächen von über 5.000 m² bis maximal 10.000 m². Dies verdeutlicht die Konzentration des Grundstücksbesitzes auf relativ wenige Anbieter und die Problematik der Baulandhortung bzw. Bodenspekulation.
Besorgniserregend: Immer weniger Wohnungen und Miete explodiert
Laut der Studie sind 10 % der Wohnbaugrundstückseigentümer:innen für 76 % der bebauten und unbebauten Wohnbaugrundstücksflächen verantwortlich. Diese Spekulanten, unterstützt von finanzkräftigen Bauträgern, verknappen das Angebot und treiben die Bodenpreise unaufhörlich in die Höhe. Dies führt dazu, dass leistbares Wohnen in Vorarlberg inzwischen nur noch eingeschränkt möglich ist. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, betont der Verfassungsjurist Univ.-Prof. Dr. Peter Bußjäger in einem Rechtsgutachten im Auftrag der AK Vorarlberg die Notwendigkeit von effizienten Maßnahmen gegen Baulandhortung und Preissteigerungen durch entsprechende Gesetzesänderungen auf Landesebene.
Quelle: AK-Vorarlberg