Montenegro hat auf einer Westbalkan-Konferenz in Wien einmal mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen – als jener Kandidat, dem Beobachter die realistischsten Chancen einräumen, als nächstes Land der Europäischen Union beizutreten.
Europaministerin Claudia Bauer (vormals Plakolm) würdigte die konsequenten Reformanstrengungen des Landes und machte deutlich, dass die EU gegenüber Partnern, die ihre Verpflichtungen tatsächlich erfüllen, verlässlich bleiben müsse.
„Montenegro zeigt, was durch harte Arbeit und Entschlossenheit erreicht werden kann“, sagte Bauer. Die Wiener Konferenz fand im Rahmen des österreichischen Vorsitzes des Slavkov-Formats statt.
Slavkov-Format
Das Slavkov-Format wurde 2015 gegründet, um die europapolitische Koordination zwischen Österreich, Tschechien und der Slowakei zu stärken.
Im Rahmen der Konferenz kamen Vertreter aller sechs Westbalkan-Staaten sowie der drei Slavkov-Mitglieder zusammen, um die Erweiterungsfrage auf die europäische Agenda zu setzen.
Montenegros Ministerin für Europäische Angelegenheiten, Maida Gorcevic, formulierte das Ziel ihres Landes unmissverständlich: Alle noch offenen Beitrittskapitel sollen bis Jahresende geschlossen werden. Die Reformen, so Gorcevic, dürften nicht abstrakt bleiben – sie müssten im Alltag der Bürgerinnen und Bürger ankommen. „Montenegro zeigt gerade, wie dieses Prinzip in der Praxis aussieht“, betonte sie.
Die Unterstützung aus Wien werde dabei nicht nur als Ermutigung verstanden, sondern auch als Ansporn, die politische Dynamik in konkrete Ergebnisse zu überführen.
Montenegros Vorreiterrolle
Montenegro gilt auf dem Westbalkan als Vorreiter im EU-Annäherungsprozess. Die Arbeiten am Beitrittsvertrag haben bereits begonnen – ein Signal, das über die Region hinaus wahrgenommen wird.
Innerhalb des Slavkov-Formats wird die Erweiterungsfrage als zentrales europäisches Anliegen behandelt, dem künftig noch stärkeres politisches Gewicht zukommen soll.