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Fachkräftemangel

Alarm am Arbeitsmarkt: Immer weniger Lehrlinge – Betriebe schlagen Alarm

Alarm am Arbeitsmarkt: Immer weniger Lehrlinge – Betriebe schlagen Alarm
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Alarmierende Zahlen aus Vorarlberg: Immer weniger Jugendliche entscheiden sich für eine Lehre, während gleichzeitig die Qualifikation der Bewerber sinkt. Die Wirtschaft schlägt Alarm.

Die Lehrlingszahlen in Vorarlberg verzeichnen einen deutlichen Rückgang. Gegenüber dem Vorjahr sank die Anzahl um 3,1 Prozent, während gleichzeitig die Qualifikation der Auszubildenden nachlässt. Der Wirtschaftskammerpräsident Vorarlbergs, Karlheinz Kopf, sieht dringenden Handlungsbedarf.

Mit Jahresende 2025 befanden sich in Vorarlberg 6348 Personen in einem aktiven Lehrverhältnis – ein Minus von 205 Lehrlingen im Vergleich zu 2024. Diese Entwicklung bereitet Wirtschaftskammerpräsident Kopf große Sorgen: „Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gibt es 168 weniger Lehranfänger, ein schmerzlicher Rückgang, der aufrütteln muss!“

Die Statistik zeigt, dass sich 2025 nur noch 39,87 Prozent der 15-Jährigen in Vorarlberg für eine Berufsausbildung entschieden – 2024 waren es noch 44,53 Prozent. Den größten Anteil der Lehrlinge verzeichnet mit 44 Prozent die Sparte „Gewerbe und Handwerk“, gefolgt von „Industrie“ (23,2 Prozent) und „Handel“ (10,3 Prozent).

Bei männlichen Auszubildenden dominieren die Berufe Metalltechniker (796), Elektrotechniker (543) und Kfz-Techniker (339). Weibliche Lehrlinge entscheiden sich am häufigsten für eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau (309), Bürokauffrau (150) oder Metalltechnikerin (110).

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Wirtschaftliche Herausforderungen

Der Vorarlberger Lehrstellenmarkt kämpft mit Herausforderungen auf beiden Seiten, wie Kopf verdeutlicht: „Die allgemeine wirtschaftliche Lage hindert den einen oder anderen Betrieb daran, im Moment Lehrlinge auszubilden. Wir wissen von Ausbildungsbetrieben, die heuer gar keine neuen Lehrlinge aufnehmen werden.“

Er rechnet mit einer Entspannung der Situation, sobald sich die Konjunktur wieder erholt. Verschärft hat sich zudem der Wettbewerb mit den höheren Schulformen AHS und BHS – nicht zuletzt, weil viele Eltern die Matura als vorteilhafter für ihre Kinder betrachten.

Dass diese Einschätzung oft fehlgeleitet ist, belegt eine aufschlussreiche Kennzahl: Ein Drittel aller Lehranfänger kommt aus einer weiterführenden höheren Schule. „Diese Schulabbrüche sind eine persönliche Belastung und kostenintensiv für die Volkswirtschaft“, so Kopf.

Qualitätsrückgang

Zusätzlich beunruhigend ist der Qualitätsrückgang bei den Auszubildenden. Einerseits mangelt es vielen Jugendlichen an Motivation und Interesse, andererseits nehmen Leistungsfähigkeit, Einsatzbereitschaft und Belastbarkeit kontinuierlich ab.

Besonders alarmierend ist das fehlende Grundlagenwissen – vor allem in Deutsch, Mathematik und den MINT-Fächern klaffen teils erhebliche Wissenslücken. Diese Defizite stellen besonders kleinere Ausbildungsbetriebe vor erhebliche Schwierigkeiten.

Als Reaktion auf diese problematische Entwicklung hat die Wirtschaftskammer Vorarlberg eine Studie beauftragt, die den aktuellen Zustand analysieren und Lösungswege aufzeigen soll.

Parallel wurden bereits verschiedene Maßnahmen initiiert, um das Ansehen der Lehre zu verbessern.

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KO KOSMO-Redaktion
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