Split hat seine nächtliche Alkoholbeschränkung aufgehoben – doch die Debatte darüber, wie die Stadt den nächsten Sommer regeln will, beginnt jetzt erst.
Mit dem Ende der Sommersaison hat die Stadt Split eine ihrer markantesten Ordnungsmaßnahmen der vergangenen Monate außer Kraft gesetzt. Die saisonale Beschränkung des Alkoholverkaufs nach 21 Uhr lief am 15. September um Mitternacht aus. Eingeführt worden war sie, um die Auswirkungen des nächtlichen Alkoholkonsums auf die öffentliche Ordnung und die Gesundheit der Bevölkerung einzudämmen.
Betroffen von der Regelung waren Verkaufsstellen wie Geschäfte, Tankstellen, Kioske und weitere Betriebe, die Alkohol verkaufen. In diesem Jahr trat die Beschränkung allerdings erst am 19. August in Kraft und galt damit weniger als einen Monat. Grundsätzlich ist sie für die Zeit vom 1. Juni bis 15. September vorgesehen.
Die rechtliche Grundlage für Splits Vorgehen schuf das kroatische Parlament im Mai mit einer Änderung des Handelsgesetzes. Diese erlaubt Städten und Gemeinden ausdrücklich, die Verkaufszeiten von Alkohol zum Schutz von öffentlicher Gesundheit, öffentlicher Ordnung, Kulturerbe und Umwelt zu begrenzen.
Splits Saisonregelung
Die Beschränkung war kein isolierter Schritt, sondern Teil eines umfassenderen Ansatzes der Stadtverwaltung, dem wachsenden Druck durch Massentourismus und ein expandierendes Nachtleben im historischen Stadtkern und entlang der Uferpromenade entgegenzuwirken. Für Einzelhändler, die sich nicht an die Vorgaben hielten, drohten empfindliche Geldstrafen, die im Bereich mehrerer Tausend Euro beginnen konnten.
Ausdrücklich ausgenommen von der Regelung war die Gastronomie – Restaurants und Bars durften weiterhin uneingeschränkt Alkohol ausschenken.
Nächste Saison
Mit dem Ende der diesjährigen Saisonregelung können Geschäfte seit dem 16. September wieder nach 21 Uhr Alkohol verkaufen. Die Beschränkung selbst ist damit jedoch nicht aufgehoben: Nach der derzeit geltenden Regelung soll sie auch künftig vom 1. Juni bis 15. September gelten. Ob die Stadt die Vorgaben für kommende Saisonen noch verändert, bleibt offen.
Diese Entwicklung ist nicht nur für die lokale Bevölkerung relevant, sondern auch für das internationale Publikum, das Kroatien als Reiseziel regelmäßig ansteuert.