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KLARE FORDERUNG

AMS-Chef: Keine Nebenjobs mehr für Arbeitslose

(FOTOS: AMS/Spiola, GoogleMaps/Ludy)

Der Arbeitsmarktservice-Vorstand, Johannes Kopf sprach sich für ein Aus der Nebenjobs für Arbeitslose aus. Derzeit ist ein Zuverdienst von 475 Euro pro Monat erlaubt.

Im Herbst soll es eine große Reform in der heimischen Arbeitsmarktpolitik geben. In Zusammenhang damit sprach sich AMS-Chef Johannes Kopf in einem Interview mit den Oberösterreichischen Nachrichten dafür aus, die Zuverdienstmöglichkeiten von Arbeitslosen entweder komplett zu verbieten, oder massiv einzuschränken. Derzeit ist ein Zuverdienst von monatlich 475 Euro erlaubt. Doch das könnte sich schon bald ändern…

Pro und Contra Zuverdienst
Johannes Kopf sagt es ganz deutlich: Ja, er ist für die Abschaffung des Dazuverdienens, bzw. zumindest für eine massive Einschränkung. Auch wenn es natürlich auch positive Aspekte gibt, betont Kopf: Die Leute haben zumindest einen Fuß in der Arbeitswelt und verlernen nicht die Arbeitstugenden.“

Er gibt jedoch auch zu bedenken: „Ist dieser Fuß in der Tür nützlicher, als es schädlich ist, weil der Unterschied zum Erwerbseinkommen zu gering wird? Inzwischen bin ich so weit: Es gehört – wenn nicht verboten – so doch massiv eingeschränkt. Wir haben dabei gute Erfolge mit dem Erhebungsdienst.“ Insbesondere in niedrig entlohnten Branchen wäre der Einkommensunterschied zwischen Angestellten und Arbeitslosen mit einem geringfügigen Nebenjob, Schwarzarbeit und Sozialleistungen nicht so groß, heißt es in dem Bericht. Daher würden eben jene Branchen auch viel schwerer Personal finden.

Langzeitarbeitslose wieder am Arbeitsmarkt integrieren
Durch die massive Einschränkung des Nebenerwerbs, hofft Kopf mehr arbeitslos gemeldete Menschen – aber insbesondere Langzeitarbeitslose – wieder in einen Job zu bringen. Als weiteren Schritt in diese Richtung sprechen sich Sozialminister Martin Kocher (ÖVP) und AMS-Vorstand Kopf auch dafür aus, das Arbeitslosengeld stufenweise zu gestalten, also am Anfang mehr, dann weniger auszuzahlen.

Dem „Pauschalvorwurf“, dass vom AMS geschickte Stellenbewerber gar nicht arbeiten wollten, erteilte Kopf zudem eine klare Absage: Nur weil jemand einen konkreten Job nicht wolle, heiße das nicht, dass er gar nicht arbeiten wolle. Er ist überzeugt: Bei günstigeren Arbeitszeiten, kürzerer Anfahrt, besseren Bedingungen und höherem Lohn würden die Leute schon wollen. Aber: „Es gibt verschiedene Hebel, die Stellen dennoch besetzen zu können.“

Quellen und Links:

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