Eine mathematische Formel aus 1960 prophezeite das Ende der Menschheit für den 13. November 2026. Doch die düstere Rechnung geht nicht auf.
Im Jahr 1960 entwickelte eine Gruppe von Forschern der Universität Illinois eine mathematische Gleichung mit düsterer Prognose: Der Weltuntergang stünde kurz bevor. Das Team um Heinz von Foerster, Patricia M. Mora und Lawrence W. Amiot berechnete anhand des damaligen Bevölkerungswachstums, dass der Menschheit nur noch 308 Tage blieben – mit dem verhängnisvollen Ende am Freitag, dem 13. November 2026.
Die Wissenschaftler stützten ihre apokalyptische Vorhersage auf die beunruhigende Beschleunigung des globalen Bevölkerungswachstums. Trotz zweier verheerender Weltkriege hatte sich die Weltbevölkerung in nur sechs Jahrzehnten fast verdoppelt – von 1,6 Milliarden im Jahr 1900 auf drei Milliarden im Jahr 1960. „Eine erhöhte Bevölkerungsdichte kann in vielen Situationen die Überlebenswahrscheinlichkeit des Einzelnen verringern“, warnten die Forscher damals und malten das Schreckensszenario eines „Überlebenskampfes in einer begrenzten Umgebung“.
⇢ Zu voll für die eigenen Leute? Wenn ein Staat seine Bevölkerung verdrängt
Sie betonten, dass das Bevölkerungswachstum nicht endlos weitergehen könne und äußerten die vage Hoffnung, dass „irgendwann, auf irgendeine Weise, etwas diesen Wettlauf zur Selbstzerstörung stoppen wird“.
Demografischer Wandel
Sechsundsechzig Jahre später zeigt sich: Die Apokalypse lässt auf sich warten. Zwar ist die Weltbevölkerung mittlerweile auf rund 8,2 Milliarden Menschen angewachsen, doch die Wachstumsrate hat sich deutlich verlangsamt. Prognosen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die globale Bevölkerungszahl in den 2080er Jahren mit etwa 10,3 Milliarden ihren Höhepunkt erreichen und bis zum Jahr 2100 sogar um rund 700 Millionen zurückgehen wird.
Diese Trendwende ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Frauen in vielen bevölkerungsreichen Ländern immer weniger Kinder bekommen – ein demografischer Wandel, der das exponentielle Wachstum gebremst hat, das die Forscher in den 1960er Jahren so beunruhigte.
Neue Prognosen
Wer nach einer „aktuelleren“ Weltuntergangsvorhersage sucht, findet sie in einer kürzlich veröffentlichten Studie von Wissenschaftlern der Toho-Universität in Japan in Zusammenarbeit mit NASA-Forschern. In ihrer Arbeit „Die zukünftige Lebensdauer der sauerstoffreichen Atmosphäre der Erde“ kommen sie zu dem Schluss, dass das Schicksal des Lebens auf unserem Planeten untrennbar mit der Entwicklung der Sonne verbunden ist.
Basierend auf 400.000 Computersimulationen prognostizieren sie, dass die Erde in etwa einer Milliarde Jahren unbewohnbar sein wird. Die Oberfläche wird dann so heiß sein, dass selbst die widerstandsfähigsten Mikroorganismen nicht überleben können. Die Ozeane werden verdampfen, die Atmosphäre dünner werden und die Temperaturen jede Form von Leben unmöglich machen.
Die ursprüngliche Weltuntergangsformel von 1960 erscheint aus heutiger Sicht überzogen dramatisch. Dennoch erfüllte sie einen wichtigen Zweck als Warnruf vor den Gefahren eines unkontrollierten Bevölkerungswachstums.
Die aktuellen demografischen Entwicklungen zeigen, dass technologische und gesellschaftliche Veränderungen das befürchtete Katastrophenszenario abgewendet haben.