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Filmänderung

Vom Bestseller zum Streaming-Hit: Warum Netflix die Toskana statt Kroatien ersetzen musste

Vom Bestseller zum Streaming-Hit: Warum Netflix die Toskana statt Kroatien ersetzen musste
(FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Der Netflix-Hit „Menschen, die wir im Urlaub treffen“ führt derzeit die serbischen Streaming-Charts an. Aufmerksamen Buchfans dürfte jedoch nicht entgangen sein, dass die Filmadaption des gleichnamigen Bestsellers von Emily Henry eine entscheidende Änderung vorgenommen hat: Kroatien als Schauplatz wurde komplett aus der Geschichte gestrichen.

Im Roman erleben die Protagonisten Alex und Poppy – langjährige Freunde mit jährlicher Urlaubstradition – ihren emotionalen Wendepunkt in Kroatien. Nach einem alkoholreichen Abend in Dubrovnik kommt es zum Kuss und beinahe zum intimen Kontakt, was ihre Freundschaft nachhaltig erschüttert. Diese Szene markiert den Beginn einer jahrelangen Entfremdung. Die Autorin Emily Henry bestätigte nun in einem Interview, dass genau diese Schlüsselszene in der Netflix-Version bewusst verändert wurde.

Bewusste Änderungen

Die Filmadaption behält zwar den grundlegenden Wendepunkt bei, verlagert ihn jedoch in die Toskana und entschärft ihn deutlich. Statt der körperlichen Annäherung gibt es nur einen Fast-Kuss und eine angespannte Situation im Zusammenhang mit Schwangerschaftsängsten. „Im Buch streiten sich Alex und Poppy nach einem betrunkenen Abend, einem Kuss und Fast-Sex während ihrer Reise nach Kroatien. Der Film hat Kroatien gestrichen und einen Teil dieser Ereignisse in die Toskana verlegt“, erläuterte Henry.

Sie fügte hinzu: „Romantische Leser haben eine sehr klare Vorstellung davon, wo die Grenze liegt. Wenn Figuren eine bestimmte Linie überschreiten, verzeiht ihnen das Publikum das nur schwer, unabhängig von den Umständen.“ Ein Kuss, der in anderen Genres lediglich eine romantische Wendung darstellen würde, könnte hier die Wahrnehmung der gesamten Geschichte verändern.

Herausforderungen

Die Autorin gab Einblick in den Entstehungsprozess: „Ich denke, das war für die Drehbuchautoren am schwierigsten einzubauen. Es gab so viele verschiedene Versionen.“ Poppys Angst vor einer Schwangerschaft in der Toskana war zunächst nicht im Film, und das ist einer meiner Lieblingsabschnitte des Buches, weil man versteht, wie sehr Alex fürchtet, sie zu verlieren.“

Deshalb sagte ich den Drehbuchautoren ständig: ‚Ich glaube, ihr braucht die Toskana‘. Sie haben sich überlegt, wie sie das in ein ‚Fast-Kuss-Szenario‘ einbauen können.“

Die Handlung dreht sich um Alex und Poppy, zwei grundverschiedene Charaktere: Sie lebt für Abenteuer und Weltreisen, er zieht sich lieber mit einem Buch zurück. Trotz ihrer Gegensätze werden sie nach einer schicksalhaften Begegnung beste Freunde. Den Großteil des Jahres leben sie getrennt – sie in New York, er in ihrer gemeinsamen Heimatstadt – doch seit einem Jahrzehnt verbringen sie jeden Sommer eine gemeinsame Urlaubswoche.

Das Drehbuch stammt von Yulin Kuang, Amos Vernon und Nunzio Randazzo, Regie führte Brett Haley, bekannt durch „Hearts Beat Loud“ und „Looking for Alaska“. In den Hauptrollen sind Emily Bader als Poppy und Tom Blyth als Alex zu sehen.

Der Film ist seit 10. Jänner auf Netflix verfügbar.

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