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Skandal

Apotheker kassierten Millionen mit fragwürdigen Corona-Tabletten ab

Apotheker kassierten Millionen mit fragwürdigen Corona-Tabletten ab
FOTO: iStock
2 Min. Lesezeit |

Statt Corona-Medikamente an Patienten auszugeben, sollen zwei bayerische Apotheker mit Paxlovid Millionen auf dem Schwarzmarkt verdient haben. Nun sitzen sie in U-Haft.

Zwei Apotheker aus Bayern sitzen in München in Untersuchungshaft, weil sie verdächtigt werden, mit dem Corona-Medikament Paxlovid Millionengewinne auf dem Schwarzmarkt erzielt zu haben. Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden beläuft sich der finanzielle Schaden auf etwa 2,6 Millionen Euro.

Die Aufdeckung des Falls geht auf Kontrollen des Bundesgesundheitsministeriums zurück, bei denen Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden. In der vergangenen Woche führten die Behörden Durchsuchungen an 16 verschiedenen Standorten in München, Regensburg und Bamberg durch. Die Nürnberger Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) beschlagnahmte dabei zahlreiche Dokumente und elektronische Datenträger, deren Auswertung nun im Gange ist.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die Beschuldigten das verschreibungspflichtige Medikament im Jahr 2023 bestellt haben. Dieses wurde zentral von der Bundesregierung beschafft. Statt es gemäß den vorgeschriebenen Verteilungswegen abzugeben, verkauften sie es offenbar an Zwischenhändler auf dem Schwarzmarkt. Pro Packung wurden dabei 650 Euro verlangt.

Illegaler Medikamentenhandel

Das antivirale Medikament Paxlovid des Herstellers Pfizer erhielt im Jänner 2022 seine Zulassung und sollte Patienten mit entsprechendem Rezept kostenfrei zur Verfügung stehen. Der Handel mit dem Präparat war untersagt. Den Ermittlungen zufolge haben die Verdächtigen dennoch rund 10.000 Packungen ohne die notwendigen Rezepte und ohne Großhandelserlaubnis gewinnbringend weiterveräußert.

In China herrschte eine starke Nachfrage nach dem Medikament, was zu einem lukrativen Schwarzhandel führte. In Asien konnten für eine einzelne Packung bis zu 2000 Euro erzielt werden. Paxlovid wurde als wirksames Mittel gegen schwere Covid-19-Verläufe angesehen.

Lukrativer Schwarzmarkt

Für die Abgabe des Medikaments erhielten die Apotheker ursprünglich eine Aufwandsentschädigung, die den mutmaßlichen Tätern offensichtlich nicht genügte. Obwohl die Corona-Pandemie inzwischen überstanden ist, sind die Folgen der strengen Beschränkungen nach wie vor zu spüren.

Den beschuldigten Apothekern wird nun vorsätzlicher unerlaubter Großhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sowie Untreue vorgeworfen. Die Haftbefehle wurden in München vollstreckt. Nach dem regulären Verteilungssystem sollte Paxlovid nach ärztlicher Verordnung kostenlos an Patienten abgegeben werden, wobei Apotheken und Großhandel eine Aufwandsentschädigung aus Bundesmitteln erhielten – eine Abrechnung über die gesetzlichen Krankenkassen war nicht vorgesehen.

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KO KOSMO-Redaktion
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