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Ausraster

Arnautovic sorgt nach Champions-League-Spiel für heftigen Wutausbruch

Arnautovic sorgt nach Champions-League-Spiel für heftigen Wutausbruch
FOTO: EPA/CHARA SAVVIDES
4 Min. Lesezeit |

Vom Helden zum Sündenbock? Nach dem Champions-League-Aus seines neuen Clubs Roter Stern Belgrad sorgt Marko Arnautovic mit einem Wutausbruch im Spielertunnel für Schlagzeilen.

Nach dem Schlusspfiff kochten bei Marko Arnautovic die Emotionen über. Laut einem serbischen Medium suchte der 36-Jährige im Spielertunnel Streit: „Der Österreicher versuchte, sich mit jemandem vor den Kabinen anzulegen. Er schrie und forderte jemanden auf, auf ihn zuzukommen – doch zum Glück passierte das nicht.“

Für Roter Stern Belgrad endete der Champions-League-Traum bitter. Beim zypriotischen Meister kam der serbische Champion nicht über ein 1:1 hinaus und verpasste nach der 1:2-Heimniederlage den Einzug in die Königsklasse. Arnautovic, der nach wochenlanger Verletzungspause in der 56. Minute sein Comeback feierte, erlebte ein Wechselbad der Gefühle. Nur vier Minuten nach seiner Einwechslung brachte Mirko Ivanic die Belgrader durch einen abgefälschten Schuss in Führung.

⇢ Arnautovic fehlt wegen „kleinem Problem“ – Roter Stern jubelt trotzdem

Doch die Hoffnung auf das Weiterkommen zerplatzte in der Schlussphase: Der Brasilianer Jaja versetzte den Serben mit einem spektakulären Volleyschuss ins lange Eck den K.o. Nach einer clever ausgespielten Freistoßvariante hämmerte er den Ball unhaltbar ins Netz und bescherte Pafos den historischen ersten Einzug in die Champions-League-Gruppenphase.

Die Szenen nach Spielende gerieten zum Chaos. Für Roter Stern, das mit dem vermeintlichen Königstransfer Arnautovic angetreten war, bedeutete das Aus einen Schock. Der ÖFB-Teamspieler muss nun mit geplatzten Champions-League-Träumen zum WM-Qualifikations-Doppel gegen Zypern und Bosnien-Herzegowina anreisen.

Kippende Stimmung

Die Stimmung um Arnautovic beginnt zu kippen. Bei seiner Ankunft in Belgrad noch von euphorischen Fans-Massen empfangen, mehren sich nun kritische Stimmen. Seine tränenreiche Antritts-Pressekonferenz, bei der er von seinem Versprechen an seinen verstorbenen Mentor Sinisa Mihajlovic sprach, zu Roter Stern zu wechseln, scheint fast vergessen.

Das bosnische Portal „sportsport“ geht mit dem Österreicher nach dem Champions-League-Aus hart ins Gericht: „Marko Arnautovic hat in seinen bisherigen drei Spielen im Trikot von Roter Stern absolut nichts gezeigt, und einige Fans sind bereits der Meinung, dass seine Verpflichtung ein Fehler war. Nach dem Spiel gegen Pafos auf Zypern wollte der nervöse Österreicher eine Auseinandersetzung – zum Glück kam es nicht dazu.“

Im allgemeinen Tumult musste der Ordnungsdienst eingreifen. Gegen wen sich Arnautovics Zorn richtete, blieb unklar. Berichten zufolge war es bereits zuvor zu Handgreiflichkeiten zwischen Spielern und Offiziellen beider Teams gekommen. Trainer Vladan Milojevic behauptete sogar, mehrere seiner Spieler seien tätlich angegriffen worden.

Harte Kritik

„Sportsport“ fällte ein vernichtendes Urteil über Arnautovics Auftritt: „Der erfahrene Stürmer zeigte auch an diesem Abend nichts auf dem Platz, war aber bereit, abseits des Rasens für Szenen zu sorgen.“

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den ersten beiden Champions-League-Qualifikationsspielen kam Arnautovic auf gerade einmal 29 Einsatzminuten und blieb dabei ohne Tor und ohne Assist. Für den bestbezahlten Spieler in der Klubgeschichte – mit einem Nettogehalt von 2,5 Millionen Euro pro Saison über zwei Jahre – sind das ernüchternde Statistiken.

Das Sportportal vom Balkan legt nach: „Zwischendurch war er zudem verletzt und rund zehn Tage außer Gefecht, aber ein Mann, der in zwei Jahren fünf Millionen Euro verdienen wird, muss auf dem Platz einfach mehr zeigen. Wir werden sehen, ob der österreichische Fußballer in den kommenden Wochen in Form kommt. Sollte das nicht passieren, könnte er sehr schnell vom Helden zum Sündenbock der Belgrader Fans werden.“

Österreichs Teamchef Ralf Rangnick hatte sich erst am Dienstag zum Belgrad-Wechsel seines Stürmers geäußert. Zum gescheiterten Transfer zu Rapid Wien, wo Arnautovic 3,5 Millionen Euro Jahresgehalt hätte verdienen können, erklärte der Deutsche: „Er hat mich damals regelmäßig auf dem Laufenden gehalten. Es gab tatsächlich eine Zeit, wo es so aussah, als könnte es klappen. Er hat mich auch gefragt, was ich davon halte. Ich habe dann gesagt: ‚Warum nicht, da spielst du vor der Haustüre.‘ Warum auch immer hat es dann nicht geklappt. Mir ist es relativ egal, wo jemand spielt. Hauptsache, er spielt regelmäßig und es wäre auch für Marko gut, wenn er jetzt regelmäßig bei Roter Stern Belgrad zum Einsatz kommt.“

Sollte das nicht passieren, könnte er sehr schnell vom Helden zum Sündenbock der Belgrader Fans werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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