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Kriterienkatalog

Auslandsösterreicher fordern Reform zur Doppelstaatsbürgerschaft

(FOTO: iStock/Aaftab Sheikh)
(FOTO: iStock/Aaftab Sheikh)

Ein Zusammenschluss von Österreichern im Ausland setzt sich für eine weitreichende Reform des Staatsbürgerschaftsgesetzes ein. Ihr Ziel: Doppelstaatsbürgerschaften als Regel, nicht als Ausnahme. Ein neuer Kriterienkatalog soll für mehr Fairness sorgen.

Das österreichische Staatsbürgerschaftsgesetz steht vor einer möglichen Neuausrichtung. Auslöser ist eine Gruppe von Auslandsösterreichern, die sich für eine generelle Zulassung von Doppelstaatsbürgerschaften stark macht. Bisher verliert man die österreichische Staatsbürgerschaft automatisch, wenn man eine andere annimmt – eine Regelung, die nach Meinung der Initiatoren wertvolle Bürger verliert. „Dies führt zum Verlust wertvoller Bürger, die unser Land weltweit repräsentieren“, so Martin Wallner, einer der Mitbegründer der Kampagne.

Entscheidung der Landesregierung

Die aktuelle Gesetzgebung erlaubt die Beibehaltung der österreichischen Staatsbürgerschaft nur in Ausnahmefällen, beispielsweise bei besonders berücksichtigungswürdigen Gründen im persönlichen und familiären Bereich, dem Wohl des Kindes oder im besonderen Interesse der Republik. Die Entscheidung liegt dabei beim zuständigen Amt der Landesregierung. Das Bündnis kritisiert jedoch, dass die Kriterien veraltet und restriktiv sind und seit drei Jahrzehnten nicht aktualisiert wurden, was die Chancen auf eine Beibehaltung minimiert.

Kriterienkatalog

Nach Angaben des Außenministeriums leben derzeit über 613.000 österreichische Staatsbürger im Ausland. Um ihnen eine faire Chance auf die Beibehaltung ihrer Staatsbürgerschaft zu geben, hat die Gruppe einen Kriterienkatalog vorgeschlagen. Dieser beinhaltet unter anderem familiäre Bindungen in Österreich und berufliche Nachteile ohne die Staatsbürgerschaft des Gastlandes.

Co-Initiator Andreas Eisl betont die Dringlichkeit der Reform: „Es darf nicht von Berühmtheit oder Beziehungen abhängen, ob man Österreicher bleiben darf.“ Mit dem neuen Kriterienkatalog hofft das Bündnis, eine gerechtere Beurteilung zu erreichen und den Auslandsösterreichern eine Stimme zu geben.