Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Tierschutzgesetz

Bald ist Haustierhaltung nur noch mit Sachkundenachweis möglich!

Bald ist Haustierhaltung nur noch mit Sachkundenachweis möglich!
(FOTO: iStock/MightyPics)
2 Min. Lesezeit |

In einer wegweisenden Änderung des österreichischen Tierschutzgesetzes, verabschiedet durch die Koalition aus ÖVP und Grünen im Nationalrat, werden Qualzuchten bei Haustieren künftig untersagt. Ziel dieser Gesetzesnovelle ist es, das Leid der Tiere zu verringern, die aufgrund ästhetischer Präferenzen gezüchtet werden, deren physische Merkmale jedoch für sie Schmerzen oder gesundheitliche Probleme verursachen können.

Ab dem 1. Juli 2026 ist ein Sachkundenachweis für die Haltung bestimmter Tierarten erforderlich! Damit soll sichergestellt werden, dass potenzielle Tierhalter über das notwendige Wissen bezüglich der Pflege und Bedürfnisse ihrer künftigen Haustiere verfügen.

Umgang mit Nutztieren

Während die Novelle in den Reihen der Koalition breite Zustimmung findet, äußert die Opposition (SPÖ, FPÖ, NEOS) Unzufriedenheit. Sie begrüßt zwar den Kampf gegen Qualzuchten, bemängelt jedoch, dass die Änderungen nicht weit genug gehen. Denn andere wichtige Tierwohlthemen werden damit nicht ausreichend angegangen. Besonders der Umgang mit Nutztieren und die rechtliche Festlegung vieler Bestimmungen mittels Verordnung werden kritisiert.

Gesetzesnovelle

Die Novelle zielt darauf ab, Zuchten, die ästhetische Merkmale auf Kosten des Wohlbefindens der Tiere hervorheben, zu verbieten. Eine Begleitkommission soll klare Richtlinien festlegen, welche Zuchtpraktiken als Qualzucht einzustufen sind. Darüber hinaus wird die Möglichkeit geschaffen, mittels Verordnung spezifische Rassen von der Zucht auszuschließen.

Verantwortlichkeit der Tierhalter

Bedeutend ist die Einführung eines verpflichtenden Sachkundenachweises für zukünftige Halter von Hunden, Amphibien, Reptilien und Papageienvögeln. Durch einen Kurs, der minimales Wissen in Theorie und für Hundehalter auch in Praxis vermittelt, soll sichergestellt werden, dass die Anschaffung dieser Tiere nicht impulsiv erfolgt, sondern auf einer gut informierten Entscheidung beruht.

Erweiterte Schutzmaßnahmen

Die Gesetzesreform sieht zudem strengere Regelungen für die Zucht und den Handel mit Tieren vor. So wird unter anderem die Definition jugendlicher Tiere präzisiert, um ihre frühzeitige Trennung vom Muttertier zu verhindern, und der illegale Export von Tieren für im Inland verbotene Eingriffe unter Strafe gestellt.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen