Die Schienen zwischen Belgrad und Budapest werden bald zum Hochgeschwindigkeitskorridor. Mit acht täglichen Verbindungen und direkten Zügen nach Wien entsteht ein neues Verkehrsnetz.
Der amtierende Direktor von Srbijavoz (serbische Eisenbahngesellschaft), Ljubiša Pejičić, kündigte an, dass die neue Schnellbahnverbindung zwischen Belgrad und Budapest voraussichtlich zwischen dem 20. Februar und 15. März in Betrieb genommen wird. „Das exakte Datum steht noch nicht fest, aber wir rechnen mit diesem Zeitfenster. Sobald die Abstimmung mit unseren ungarischen Partnern und den Behörden beider Länder abgeschlossen ist, werden wir die Öffentlichkeit informieren“, erklärte Pejičić gegenüber der Nachrichtenagentur Tanjug.
Auf der neuen Strecke sollen täglich acht Züge verkehren, wobei zwei Verbindungen direkt bis nach Wien führen werden. „Zwei Fahrten sind für Wien vorgesehen, eine weitere für Budapest. Letztere wird von unseren ungarischen Kollegen betrieben“, so Pejicic. Er betonte, dass neben dem serbischen auch ein ungarischer Bahnbetreiber auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke aktiv sein wird.
Die Vorbereitungen für den Betrieb laufen bereits auf Hochtouren. „Als die serbische Regierung die Entscheidung für diese Verbindung traf, haben wir umgehend mit der Beschaffung modernster Zuggarnituren begonnen“, berichtete Pejičić. „Zusätzlich zu den drei vorhandenen Soko-Zügen, die wir derzeit bis Subotica einsetzen, haben wir fünf neue Züge aus China angeschafft, die künftig bis Budapest fahren werden. Aktuell konzentrieren wir uns intensiv auf die Ausbildung sowohl serbischer als auch ungarischer Lokführer.“
Grenzkontrollen vereinfacht
Für die Grenzkontrolle haben beide Länder eine praktische Lösung gefunden. „Sowohl Serbien als auch Ungarn werden die Grenzformalitäten in einem gemeinsamen Grenzbahnhof abwickeln, wofür der Bahnhof Kelebija ausgewählt wurde. Die Passagiere müssen den Zug nicht verlassen – die Kontrolle findet im Zug statt und dauert etwa 30 Minuten„, erläuterte Pejičić. Diese Regelung werde den Fahrplan auf der Strecke Belgrad-Subotica nicht beeinträchtigen.
Der Bahnverkehr erfreut sich bereits jetzt großer Beliebtheit. „Seit der Eröffnung der Strecke nach Subotica haben rund 400.000 Fahrgäste den Zug genutzt“, berichtete der Srbijavoz-Direktor. Für den Ticketkauf bietet das Unternehmen verschiedene Optionen: „Über unsere Srbijavoz-App erhalten Kunden fünf Prozent Rabatt, mit der ‚Srb plus‘-Karte sogar 30 Prozent. Natürlich können Tickets auch an den Schaltern und an Fahrkartenautomaten erworben werden.“
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Zukunftspläne 2026
Auf die Frage nach den Auswirkungen der jüngsten Schlechtwetterperiode räumte Pejičić Verspätungen ein: „Wichtig ist jedoch, dass es keine kompletten Zugausfälle gab. Die Verzögerungen waren ausschließlich auf operative Probleme aufgrund verschiedener Infrastrukturschwierigkeiten zurückzuführen. Ich möchte allen Kolleginnen und Kollegen danken, die rund um die Uhr daran gearbeitet haben, diese Herausforderungen in kürzester Zeit zu bewältigen.“
Mit Blick auf die Zukunft nannte Pejičić mehrere Projekte für 2026, darunter die vollständige Inbetriebnahme der Schnellbahnstrecke nach Budapest, die Anschaffung neuer Lokomotiven und weiterer chinesischer Züge – auch im Hinblick auf die Weltausstellung Expo 2027, die im kommenden Jahr in Belgrad stattfinden wird. „In den ersten zwei Wochen dieses Jahres konnten wir bereits einen Anstieg der Fahrgastzahlen um 20 Prozent verzeichnen – das sind etwa 19.000 Passagiere mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Der Schnee hat zudem für zusätzliche Attraktivität bei Touristen gesorgt, sodass wir bei der Schmalspurbahn Šarganska Osmica in Mokra Gora einen Zuwachs von zehn Prozent verzeichnen konnten“, bilanzierte Pejičić.