Lettland schließt seine Grenzen für den Balkanstar Bregovic. Der Vorwurf wiegt schwer: Unterstützung der russischen Aggression gegen die Ukraine.
Der lettische Innenminister Rihards Kozlovskis hat dem Musiker Goran Bregovic offiziell die Einreise nach Lettland untersagt. Laut dem Portal LSM.lv wurde Bregovic vom nationalen Sicherheitsdienst auf eine Sperrliste gesetzt, wodurch ihm der Zugang zum baltischen Staat verwehrt bleibt. Kozlovskis begründete diese Maßnahme mit sicherheitspolitischen Erwägungen und verwies auf Bregovics vermeintliche Haltung im Ukraine-Konflikt: „Die Hauptbotschaft ist die Unterstützung der Aggression gegen die Ukraine und die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen in besetzten Gebieten. Wir als Lettland unterstützen die Ukraine und werden sie weiterhin unterstützen, daher ist das in diesem Fall für uns völlig inakzeptabel.“
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Als Hauptgrund für das Einreiseverbot gelten offenbar Auftritte des Musikers auf der von Russland annektierten Krim nach 2014, was lettische Behörden als indirekte Unterstützung der russischen Annexionspolitik werten. Neben Bregović trifft das Einreiseverbot auch die russisch-litauische Sängerin Kristina Orbakaitė, wie der lettische Sicherheitsdienst am 29. April bekannt gab.
Bregovics Reaktion
Der betroffene Musiker hat inzwischen auf seinem Facebook-Account Stellung bezogen. „Ich komme aus Sarajevo, einer vom Krieg gezeichneten Stadt. Ich trage diese Erinnerung tief in mir und würde niemals irgendeinen Krieg oder irgendeine Aggression unterstützen“, erklärte Bregovic. In seinem Statement betonte er, dass Musik für ihn stets ein Weg gewesen sei, Harmonie und gegenseitiges Verständnis zwischen Menschen, Kulturen und Emotionen zu fördern.
„In jedem Rhythmus suche ich nach Einheit. In jeder Melodie ein wenig Frieden. Das ist es, was ich immer teilen wollte“, schrieb der Künstler.
Auch Bregovics Manager Adis Gojak äußerte sich zu dem Vorfall.
Gegenüber dem Medium „Informer“ erklärte er: „Alles ist möglich, wir halten Konzerte überall auf der Welt, auch auf der Krim.“
Bereits 2024 hatte auch Moldawien dem bosnischen Musiker die Einreise verweigert, ebenfalls mit Verweis auf seine angebliche Unterstützung für Russlands Ukraine-Politik. Die baltischen Staaten haben seit Beginn der russischen Invasion 2022 zunehmend restriktive Maßnahmen ergriffen und unter anderem pauschale Einreiseverbote gegen russische Staatsbürger verhängt.