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Justizschlag

Bankomat-Bande in Ketten: Saftige Haftstrafe für Explosions-Profis

Bankomat-Bande in Ketten: Saftige Haftstrafe für Explosions-Profis
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Mit Masken, Sprengstoff und präziser Planung jagten sie Geldautomaten in die Luft. Nun müssen die drei Niederländer für ihre Banküberfälle bis zu 12 Jahre hinter Gitter.

In Wien endete der Prozess gegen drei Bankomat-Sprenger mit drastischen Haftstrafen. Die aus Marokko stammenden Niederländer im Alter von 24, 33 und 36 Jahren mussten sich für eine Serie von vier Banküberfälle verantworten, die sie österreichweit mit hoher Professionalität und unter Verwendung von Masken im Auftrag einer kriminellen Organisation durchgeführt hatten.

Nachdem zwei der Täter in den Niederlanden festgenommen worden waren, wurden sie im Sommer nach Wien überstellt, wo sich bereits der dritte, bei einem Einsatz verletzte Verdächtige in Gewahrsam befand. Vor Gericht zeigten sich alle drei geständig und erkannten sämtliche Schadenersatzforderungen an – sowohl jene der Banken und Versicherungen als auch die von unbeteiligten Personen, deren Fahrzeuge durch die Detonationen beschädigt wurden.

Dramatische Sprengungen

Besonders dramatisch verlief ein nächtlicher Coup in der Wien-Leopoldstadt, Vorgartenstraße, bei dem einer der Täter während der Flucht durch Schüsse verletzt wurde. Die Sprengungen hinterließen regelmäßig ein Bild der Zerstörung. Angesichts der Videoaufnahmen der verheerenden Explosionen äußerte der Richter sein Erstaunen: „Es wundert mich, dass man überhaupt noch die 89.000 Euro zusammenbekommt.“

Harte Urteile

Das Gericht verhängte schließlich empfindliche Strafen: Der Haupttäter erhielt 12 Jahre Haft, seine Komplizen wurden zu 9 beziehungsweise 8 Jahren verurteilt. Die Strafen sollen die Verurteilten in ihrem Heimatland verbüßen. In seiner Urteilsbegründung betonte der Richter die Notwendigkeit einer generalpräventiven und entschlossenen Haltung gegen „Kriminalitäts-Tourismus“.

Nach Ansicht der Verteidiger wollte er damit ein „Exempel statuieren“. Die Anwälte legten umgehend Berufung ein, wodurch die Urteile noch nicht rechtskräftig sind.