Vor dem tödlichen Inferno mit 40 Opfern hatte es im selben Lokal bereits gebrannt. Der brisante Hinweis erreichte die Ermittler erst Wochen nach der Katastrophe.
Für 40 Menschen wurde die Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana zur tödlichen Falle. Sie verloren ihr Leben im Feuer oder erlagen kurz darauf ihren schweren Verletzungen. Nun kommt ein brisantes Detail ans Licht: Bereits 13 Monate vor der verheerenden Katastrophe war es in demselben Lokal zu einem Brand gekommen. Auch damals soll die Schaumstoff-Decke Feuer gefangen haben.
Die Ermittler erhielten fast einen Monat nach dem tödlichen Inferno einen aufschlussreichen Hinweis. Ein Zeuge berichtete von einem früheren Brandvorfall im Dezember 2024 – unter verblüffend ähnlichen Umständen wie in der Jännernacht. Der im Clubraum verbaute Dämmstoff geriet demnach in Brand, nachdem Kerzen in der Nähe platziert worden waren. Laut der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“, die sich auf einen Anwalt der Opfer beruft, konnten Gäste und Personal damals den Brand löschen und die Feier fortsetzen. 13 Monate später entzündete sich der minderwertige Schaumstoff durch Sprühkerzen – mit fatalen Folgen für 40 Menschen.
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Frühere Brände
Bemerkenswert ist zudem, dass es in einem weiteren Lokal derselben Betreiber bereits 2023 brannte – kurz nach der Übernahme. Das Feuer in der als „baufällig“ beschriebenen Trattoria brach allerdings zu einem Zeitpunkt aus, als keine Gäste anwesend waren. Die Ermittlungen wegen möglicher Brandstiftung wurden eingestellt, das Restaurant renoviert und unter dem Namen „Le Vieux Chalet“ wiedereröffnet.
Dem Barbetreiber Jacques Moretti und seiner Frau droht nun vermutlich ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung, schwerer, vorsätzlicher Körperverletzung und weiterer Anklagepunkte. Allerdings wurde Moretti inzwischen gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen.
Diplomatische Spannungen
Die Entscheidung des Gerichts vom Freitag, den Barinhaber freizulassen, bezeichnete die italienische Regierung am Samstag als schwere Beleidigung und zusätzlichen Schmerz für die Angehörigen der Opfer. Ministerpräsidentin Meloni und Außenminister Antonio Tajani ordneten noch am selben Tag die Rückberufung des italienischen Botschafters Gian Lorenzo Cornado aus der Schweiz nach Rom an.
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Besonders in Italien stoßen die Schweizer Ermittlungen auf Unverständnis. Unter den Todesopfern befanden sich sechs junge Italiener. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni forderte die Bildung eines gemeinsamen Teams aus italienischen und Schweizer Ermittlern. Hintergrund dieser Initiative sind anhaltende Kontroversen über den bisherigen Ermittlungsverlauf in der Schweiz. Kritisiert wird insbesondere das Fehlen von Obduktionen und weiterführenden forensischen Untersuchungen der Verstorbenen.
Die ausgestellten Sterbeurkunden enthalten offenbar keine konkreten Angaben zur Todesursache. Nach der Überführung der Leichname nach Italien veranlasste die Staatsanwaltschaft in Rom eigene Obduktionen.