Nach einer umstrittenen Karikatur zur Brandkatastrophe von Crans-Montana muss sich „Charlie Hebdo“ nun juristisch verantworten. Ein Anwaltspaar reichte Strafanzeige ein.
Eine Strafanzeige gegen das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ ist bei der Walliser Staatsanwaltschaft eingegangen. Grund dafür ist eine auf der aktuellen Titelseite abgedruckte Karikatur, die Menschen mit Brandverletzungen auf einer Skipiste darstellt und auf die Brandkatastrophe von Crans-Montana anspielt. Die am Freitag publizierte „Zeichnung des Tages“ zeigt zwei Skifahrer unter dem Titel „Les brûlés font du ski“ (Die Verbrannten fahren Ski). Der Untertitel „La comédie de l’année“ (Die Komödie des Jahres) spielt auf den französischen Filmklassiker „Les Bronzés font du ski“ aus dem Jahr 1979 an.
Die Veröffentlichung der Zeichnung löste breite Empörung aus – besonders da sie ausgerechnet am nationalen Trauertag erschien. Die Entrüstung reichte weit über die Grenzen des Wallis hinaus. Die Walliser Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud erhielt daraufhin eine Strafanzeige, die sich sowohl gegen das Satiremagazin als auch gegen den Karikaturisten Eric Salch richtet.
🇨🇭🇫🇷🖊️ FLASH | Charlie Hebdo est visé par une plainte pénale en Suisse. Une plainte a été déposée après la publication du dessin intitulé « Les brûlés font du ski », jugé offensant envers les victimes de Crans-Montana. Les plaignants estiment que la caricature porte gravement… pic.twitter.com/YjNlo0ME1W
— Cerfia (@CerfiaFR) January 12, 2026
Rechtliche Schritte
Die Anzeige wurde von einem Anwaltspaar aus Sitten im Wallis eingereicht, das in der Darstellung einen Verstoß gegen Artikel 135 des Strafgesetzbuches sieht, der die Darstellung von Gewalt regelt.
In der RTS-Sendung „Forum“ nahm „Charlie Hebdo“-Chefredakteur Gérard Biard am Montagabend Stellung zu den Vorwürfen. Er betonte, die Karikatur ziele nicht auf die Opfer ab, sondern auf „die Absurdität dieser Tragödie“.
Schwarzer Humor
Biard gab zu, dass man mit der Zeichnung „ziemlich weit gegangen“ sei, um „das höchste Tabu“ – den Tod und die schweren Verletzungen der jungen Menschen – humoristisch zu behandeln. Er fügte hinzu, schwarzer Humor müsse „nicht unbedingt angenehm“ sein und könne durchaus „schockieren“.
Er betonte, die Karikatur ziele nicht auf die Opfer ab, sondern auf „die Absurdität dieser Tragödie“.