Eine neue Virenvariante breitet sich unter Wildtieren aus – und Österreich steht erstmals im Zentrum eines dokumentierten Ausbruchs.
Erstmals wurde in Österreich ein dokumentierter Ausbruch von Myxomaviren verzeichnet. Betroffen sind Niederösterreich, das Burgenland und Wien, wo die Seuche sowohl Wildkaninchen als auch Feldhasen erfasst hat.
Neue Virusvariante
Myxomaviren gelten seit den 1950er-Jahren als bekanntes Mittel zur Kaninchenbekämpfung in Australien und Europa. Was ursprünglich unter dem Begriff „Kaninchenpest“ in die Öffentlichkeit gelangte, hat sich im Lauf der Jahrzehnte weiterentwickelt. 2018 wurde in Spanien erstmals eine hochpathogene rekombinante Variante nachgewiesen, die auch Feldhasen befällt.
Genetische Analysen bestätigen nun, dass diese adaptierte Variante, bekannt als ha-MYXV (hasenspezifischer Myxomavirus), in Österreich angekommen ist. Zwischen März und November des Vorjahres wurden insgesamt 272 Hasen- und 12 Kaninchenkadaver zur Untersuchung eingesandt. Bei 235 Feldhasen und 10 Wildkaninchen wurden charakteristische Symptome einer Pockenvirusinfektion festgestellt.
Jäger berichten darüber hinaus von zahlreichen weiteren Fällen, die bislang offiziell nicht erfasst wurden.