Rund 18 Millionen Fahrzeuge seit 1975 – jetzt startet der BMW 3er in die achte Generation und verabschiedet sich dabei vom Diesel.
BMW bringt die achte Generation seines 3er-Modells auf den Markt – und verabschiedet sich bei der wichtigen Baureihe vollständig vom Diesel. Der neue 3er wird als vollelektrischer BMW i3 sowie mit Benzin- und Hybridantrieben angeboten. Einen Dieselmotor wird es nicht mehr geben.
Zum Marktstart stehen beim neuen BMW 3er zwei vollelektrische i3-Varianten sowie Benziner mit 48-Volt-Mild-Hybrid-Technologie zur Wahl. Ein Plug-in-Hybrid soll im Laufe des Jahres 2027 folgen, einen Diesel wird BMW für die achte Generation nicht mehr anbieten. Der Konzern begründet die Entscheidung mit der weltweiten Marktentwicklung und will sich auf jene Antriebe konzentrieren, nach denen international die größte Nachfrage besteht. Mit den aktuell hohen Dieselpreisen habe die Entscheidung laut BMW nichts zu tun.
Zwei Milliarden Euro
Für die neue 3er-Generation hat BMW rund zwei Milliarden Euro in Fahrzeugproduktion und Batteriefertigung in Deutschland investiert. Rund eine Milliarde Euro floss in die Weiterentwicklung der Werke München und Dingolfing, eine weitere Milliarde Euro in das neue Batteriewerk Irlbach-Straßkirchen. Der vollelektrische BMW i3 wird in München gefertigt, die Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Varianten entstehen in Dingolfing. Die Hochvoltbatterien für den Elektro-3er kommen aus Irlbach-Straßkirchen.
Später sollen der BMW i3 und der neue 3er auch im mexikanischen San Luis Potosí produziert werden. Für den chinesischen Markt ist zudem eine angepasste Variante aus dem BMW-Werk in Shenyang vorgesehen.
Innerhalb der BMW-Modellpalette nimmt der 3er eine besondere Stellung ein. Seit dem Produktionsstart im Jahr 1975 wurden laut BMW rund 18 Millionen Fahrzeuge gefertigt, davon etwa 15 Millionen in Deutschland. Der Hersteller bezeichnet den 3er als das weltweit erfolgreichste Premium-Automobil der Mittelklasse.
Eine generelle Abkehr vom Dieselantrieb schließt BMW dennoch aus. Modelle wie der X5 werden auch künftig mit Dieselmotoren erhältlich sein. Zu konkreten Plänen für weitere Baureihen äußerte sich der Konzern bislang nicht.
Kein Komplettausstieg
Dass die Entscheidung für Benzin- und Hybridantriebe bereits vor dem jüngsten Anstieg der Kraftstoffpreise gefallen war, betont BMW ausdrücklich. „Mit den aktuell hohen Spritpreisen, insbesondere für Diesel, hat die Entscheidung nichts zu tun.“ Der Entwicklungsprozess neuer Fahrzeuggenerationen sei langfristig angelegt und lasse kurzfristige Marktschwankungen naturgemäß kaum einfließen.
BMW begründet den Antriebsmix mit seiner weiterhin technologieoffenen Strategie. Beim neuen 3er setzt der Hersteller neben dem vollelektrischen i3 auf Benzinmotoren mit 48-Volt-Mild-Hybrid-Technologie sowie künftig auf einen Plug-in-Hybrid. Nach Angaben des Konzerns orientiert sich die Auswahl der Antriebe vor allem an der weltweiten Nachfrage.