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Warnung

Selenskij in Alarmbereitschaft: Russland will Kälte für Großangriff nutzen

Selenskij in Alarmbereitschaft: Russland will Kälte für Großangriff nutzen
FOTO: EPA-EFE/JASON ALDEN
4 Min. Lesezeit |

Während eisige Temperaturen die Ukraine im Griff haben, warnt Selenskij vor einem unmittelbar bevorstehenden russischen Großangriff mit Drohnen und Raketen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij hat die Bevölkerung seines Landes vor einem unmittelbar bevorstehenden schweren Angriff aus Moskau gewarnt. In seiner abendlichen Videoansprache verwies Selenskij auf Erkenntnisse der Geheimdienste, wonach Russland einen massiven Schlag mit Drohnen zur Neutralisierung der ukrainischen Flugabwehr sowie Raketenbeschuss vorbereite. Der Angriff könne bereits in den kommenden Tagen erfolgen, weshalb der Präsident die Bevölkerung eindringlich zur Beachtung der Luftalarme aufforderte.

Nach Einschätzung Selenskijs versuche Russland, die derzeitigen extremen Wetterbedingungen für seine Angriffe zu nutzen. In zahlreichen ukrainischen Regionen sinken die Temperaturen nachts aktuell auf mehr als zehn Grad unter null. Bereits am vergangenen Donnerstag hatte der ukrainische Staatschef vor einem massiven nächtlichen Angriff gewarnt, der sich in der Nacht zum Freitag tatsächlich ereignete. Bei diesem Großangriff setzte das russische Militär nach eigenen Angaben erstmals die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen Ziele in der westukrainischen Region Lwiw ein.

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Oreschnik-Einsatz bestätigt

Die russischen Streitkräfte bestätigten den Einsatz der Oreschnik-Rakete während der intensiven nächtlichen Attacken auf die Ukraine in der Nacht zum Freitag. Laut Moskauer Darstellung wurde mit der Hyperschallwaffe eine Flugzeug-Instandsetzungsanlage in Lwiw getroffen. Die ukrainische Seite hingegen erklärte, es sei ein ziviles Objekt in der Region beschossen worden. Der Angriff in unmittelbarer Nähe zur EU-Grenze löste scharfe Verurteilungen westlicher Regierungen aus.

Bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats am Montag verurteilten die Vereinigten Staaten den Einsatz der modernen Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen die Ukraine. „Dies stellt eine weitere gefährliche und unverständliche Eskalation dar, während die Vereinigten Staaten mit Kiew, weiteren Partnern und Moskau zusammenarbeiten, um den Krieg durch eine Verhandlungslösung zu beenden“, erklärte die stellvertretende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Tammy Bruce.

Der jüngste Vorfall markiert den zweiten bekannten Einsatz dieses Raketentyps in der Ukraine. Im November 2024 hatte die russische Armee mit der atomwaffenfähigen Hightech-Rakete bereits einen Angriff auf einen Rüstungsbetrieb in Dnipro durchgeführt.

In Kiew führte der massive Angriff zu derart schwerwiegenden Ausfällen bei der Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung, dass Bürgermeister Vitali Klitschko den Bewohnern vorübergehend zur Evakuierung riet. Seit nahezu vier Jahren überzieht Russland die Ukraine mit einem verheerenden Angriffskrieg.

Inzwischen wurden bei einem russischen Angriff am Stadtrand von Charkiw im Nordosten der Ukraine nach ukrainischen Angaben zwei Menschen getötet. Drei weitere Personen erlitten Verletzungen, wie der Gouverneur der Region Charkiw, Oleh Synehubow, am Dienstagmorgen über den Nachrichtendienst Telegram mitteilte. Der Bürgermeister von Charkiw, Igor Terechow, berichtete, eine russische Langstreckendrohne habe eine Kindermedizineinrichtung getroffen und einen Brand verursacht.

Am Montagabend kam nach russischen Angaben ein Mensch bei einem ukrainischen Drohnenangriff im russischen Grenzgebiet Brjansk ums Leben. Laut Mitteilung des regionalen Gouverneurs Alexander Bogomas wurde das Opfer in einem Fahrzeug im grenznahen Dorf Stratschowo getötet.

Selenskij berichtete zudem von Fortschritten bei den Gesprächen zwischen dem ukrainischen Verhandlungsteam und US-Vertretern. Die meisten Dokumente seien unterschriftsreif, erklärte er, ohne jedoch Details zu nennen. Der Präsident zeigte sich zuversichtlich, dass das Format Davos hinsichtlich der Beziehungen zu den Partnern der Ukraine und des Wiederaufbaus nach den russischen Angriffen sehr erfolgversprechend sein werde.

⇢ USA schlagen Alarm: Massive Luftangriffe auf Ukraine befürchtet

In Davos findet traditionell zu Jahresbeginn das Weltwirtschaftsforum (WEF) statt. Eigentlich handelt es sich um das Jahrestreffen der Mitglieder, vorwiegend große Unternehmen, die nach den Vorstellungen des WEF ihren Beitrag zur Lösung globaler Krisen reflektieren sollen.

Seit Jahren nutzen Politiker aus aller Welt das Forum für Gespräche in informellem Rahmen.