Alarmstufe Rot in der Ukraine: Die US-Botschaft warnt vor massiven Luftangriffen, während Selenskyj die Bevölkerung zur höchsten Wachsamkeit aufruft.
Die US-Botschaft in Kiew hat eine dringende Warnung vor einem möglicherweise bevorstehenden großen Luftangriff auf die Ukraine herausgegeben. Wie Julia Mendel, frühere Sprecherin von Präsident Selenskyj, über den Kurznachrichtendienst X verbreitete, gilt die Bedrohung für das gesamte ukrainische Staatsgebiet. Nach Informationen der amerikanischen Behörden könnte der Angriff jederzeit in den kommenden Tagen erfolgen. US-Bürger wurden angewiesen, bei Luftalarm umgehend Schutzräume aufzusuchen.
Derartige Warnungen veröffentlicht Washington regelmäßig in Phasen erhöhter Sicherheitsrisiken, besonders wenn Geheimdiensterkenntnisse auf bevorstehende russische Militäroperationen hindeuten. Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj selbst hat die Bevölkerung vor einem möglichen massiven russischen Angriff in der Nacht gewarnt. In seiner täglichen Videoansprache appellierte er an die Bürger, höchste Vorsicht walten zu lassen und die Luftalarme ernst zu nehmen.
„Es liegen Informationen vor, dass heute Abend ein neuer großer russischer Angriff stattfinden könnte. Es ist äußerst wichtig, auf die Luftalarmwarnungen zu achten und Schutzräume aufzusuchen“, mahnte der Staatschef.
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Anhaltende Bedrohungslage
Die Warnungen erfolgen in einer Phase, in der die Ukraine bereits seit Wochen unter intensiven Raketen- und Drohnenangriffen auf ihre Energieinfrastruktur und Städte leidet. Die Behörden in Kiew befürchten, dass Russland die Welle massiver Angriffe fortsetzen könnte. Zugleich kämpft das Land mit schwierigen Wetterbedingungen, die Russland laut Selenskyj gezielt auszunutzen versuche.
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„Die Russen gehen systematisch vor: Sie versuchen, die Wetterbedingungen für sich zu nutzen. Ich habe die Regierung angewiesen, den lokalen Behörden zu helfen und allen Beteiligten maximale Unterstützung zukommen zu lassen“, erklärte er.
Der Präsident verwies auf die landesweit erheblich verschlechterten Wetterverhältnisse, die zahlreiche Probleme im Straßenverkehr und bei den Versorgungsnetzen verursachen. Angesichts dieser Lage kündigte er besondere Maßnahmen an: „Wir haben tatsächlich eine Ausnahmesituation für alle Dienste. Mit dem Premierminister haben wir vereinbart, dass die Regierung für die Dauer dieser Wetterbedingungen in den kommenden Tagen eine Regelung vorbereiten wird, die es nicht-kritischen Institutionen und regulären Büros ermöglicht, ihre Mitarbeiter zu Hause zu lassen.“
Kritische Infrastruktur
Selenskyj berichtete zudem über die kritische Lage bei der Stromversorgung in den Gebieten Dnipropetrowsk und Saporischschja nach russischen Angriffen auf die Infrastruktur. „Im Gebiet Saporischschja konnte die planmäßige Stromversorgung im Tagesverlauf wiederhergestellt werden. In Dnipro, Krywyj Rih, Nikopol, Pawlohrad und weiteren Städten und Gemeinden im Gebiet Dnipropetrowsk laufen die Reparaturarbeiten noch“, berichtete er.
Gleichzeitig bestätigte der Präsident neue Angriffe: „Leider gab es heute weitere Attacken, insbesondere auf den Energie- und Zivilsektor sowie auf Wohngebäude in Krywyj Rih.“