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Sicherheitsrisiko

Belgrads Ultras im Anmarsch: Graz wappnet sich für Fußball-Hochrisikospiel

Belgrads Ultras im Anmarsch: Graz wappnet sich für Fußball-Hochrisikospiel
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Nach einer überraschenden UEFA-Kehrtwende dürfen die berüchtigten Fans von Roter Stern Belgrad nun doch zum Europa-League-Spiel nach Graz reisen – die Polizei rüstet auf.

Die UEFA hatte vor wenigen Wochen Roter Stern Belgrad mit einem Fanverbot für das nächste europäische Auswärtsspiel gegen Sturm Graz sowie einer Geldstrafe von 62.500 Euro belegt. Grund dafür waren erneute Ausschreitungen beim Spiel in Braga, das mit 2:0 für die Portugiesen endete, wodurch die im Jänner 2025 verhängte Bewährungsstrafe aktiviert wurde. Das Verhalten der Anhänger wurde von der UEFA als diskriminierend eingestuft. Doch jetzt hat sich die Situation grundlegend geändert.

Entgegen der ursprünglichen Entscheidung dürfen die Anhänger von Roter Stern Belgrad nun doch zum Europa-League-Duell anreisen. Der europäische Fußballverband UEFA hat eine Kehrtwende vollzogen – sehr zum Unmut der Verantwortlichen in Graz. Zunächst hatte man in der steirischen Landeshauptstadt erleichtert aufgeatmet, als bekannt wurde, dass die für ihre Exzesse berüchtigten Fans des serbischen Meisters für die nächste Auswärtspartie gesperrt sein würden.

Diese Begegnung steigt am Donnerstag im Stadion Liebenau in Graz, wo Sturm Graz als Gastgeber fungiert (Anpfiff 18.45 Uhr). Die Anhängerschaft des serbischen Traditionsklubs betrachtet ihren Verein als Sinnbild serbischer Identität und des orthodoxen Glaubens, während sie gleichzeitig eine ausgeprägte Verbundenheit zu Russland pflegt. Der Ruf der Fanszene ist geprägt von extremem Nationalismus und Gewaltbereitschaft – oft begleitet von massivem Einsatz pyrotechnischer Gegenstände.

Grazer Sicherheitsmaßnahmen

In Graz löst diese Entwicklung höchste Alarmbereitschaft aus. Angekündigt haben sich rund 4.000 Anhänger des serbischen Meisters, obwohl nur etwa 1.500 Zugang zum Stadion erhalten werden. „Wir waren bereits beim Grazer Derby am Sonntag mit mehreren Hundert Einsatzkräften im Dienst und werden das Personal weiter verstärken“, erklärt Fritz Grundnig, Sprecher der Landespolizeidirektion Steiermark.

Die Sicherheitskräfte haben einen umfassenden Einsatzplan erarbeitet. „Unser Hauptaugenmerk liegt auf dem Stadionumfeld. Allerdings werden wir auch in der Grazer Innenstadt präsent sein, einschließlich der in Fankreisen bekannten Lokale“, erläutert Grundnig. Als besonders sensible Bereiche gelten zudem die Adventmärkte. Im unmittelbaren Umfeld des Stadions wird wie üblich eine Sicherheitszone eingerichtet.

Fanreise-Logistik

Trotz des Vereinsnamens werden die Fans nicht aus der Luft eintreffen. „Es handelt sich um individuelle Anreisen“, betont Grundnig. „Die Anhänger kommen sowohl in Bussen als auch mit der Bahn. Nicht zu vergessen ist außerdem, dass wir hier eine starke serbische Gemeinschaft haben.“

Die tatsächliche Anzahl der Gästefans lässt sich daher kaum vorhersagen.