Start NEWS POLITIK Beschimpfungen und Drohungen wegen Koran-Sager: Hofer fühlt sich bestätigt
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Beschimpfungen und Drohungen wegen Koran-Sager: Hofer fühlt sich bestätigt

FOTO: fpö.at)

Bei einer Wahlveranstaltung der Wiener FPÖ sagte Bundesparteiobmann Norbert Hofer, dass das Coronavirus nicht gefährlich sei, sondern der Koran.

Hofer betonte am Dienstag bei einer Kundgebung in Favoriten, dass er sich nicht vor dem neuartigen Virus fürchte: „Corona ist nicht gefährlich, der Koran ist gefährlich.“ (KOSMO berichtete) Er kritisierte auch die Bundesregierung, die Angst in der Bevölkerung verbreitet und nun eine „Gelddruckmaschine“ angeworfen habe.

„Hurensohn, verrecke!“
Nun klagt der Bundesparteiobmann der FPÖ über zahlreiche Drohungen und Beschimpfungen in den Sozialen Medien. Unter anderem soll Hofer als „Hurensohn“ bezeichnet worden sein, der „in der Hölle brennen werde“. Viele User schrieben auch, dass sie hoffen, dass der FPÖ-Chef „verrecke“ – „Wenn Sie eines Tages tot auf der Straße gefunden werden, wundern sie sich nicht.“ Diese Beiträge sollen der APA vorliegen.

Islamische Glaubensgemeinschaft verlangt Entschuldigung
Der Präsident der Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ), Ümit Vural bezeichnete Hofers Koran-Sage als „unfassbare Entgleisung“. Hofer beleidige mit dieser Aussage die gesamte muslimische Bevölkerung, so Vural und fügte hinzu: „Er hat aus der Vergangenheit offenbar nichts gelernt und möchte neue Gräben aufreiße.“

Die IGGÖ erwarte sich nun eine Entschuldigung. Außerdem sei die Staatsanwaltschaft Wien dazu aufgerufen, die strafrechtliche Relevanz der Aussage von Norbert Hofer zu prüfen. Es stehe der Verdacht der Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren im Raum. Diesem Apell der IGGÖ schloss sich die Türkisch-Islamische Union (Atib) an.

In dieselbe Kerbe schlägt die „Initiative Muslimischer Österreicher“, ein Fachverein der IGGÖ. Obmann Tarafa Baghajati kündigt eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft an.

Kritik aus der Politik
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch bezeichnete Hofers Koran-Sager als „herabwürdigenden Aussagen und skandalösen Vergleiche gegenüber der islamischen Religionsgemeinschaft“, die „vollkommen inakzeptabel“ seien, und verlangt ebenfalls eine Entschuldigung.

Eine ähnliche Reaktion kam von der Migrantenliste SÖZ (Soziales Österreich der Zukunft), die bei der Wien-Wahl antreten wird: „Wir lassen nicht zu, dass Minderheiten und ihre Religionen zur Zielscheibe von Populisten und Rechtsradikalen werden.“ Der SÖZ-Parteichef Hakan Gördü will Hofer ebenfalls wegen Verhetzung klagen.

Hofer fühlt sich bestätigt
Im Gespräch mit der APA erklärte Hofer, dass man an der Reaktion sehe, dass seine Worte „nicht ganz unbegründet“ gewesen sein können. Der FPÖ-Chef kündigte auch rechtliche Schritte an: „Ich werde es mir nicht gefallen lassen, wenn mir wer androht, mich umbringen zu wollen.“ Die gesammelten Beschimpfungen und Drohungen werden laut FPÖ den Sicherheitsbehörden und der Rechtsvertretung übergeben.

Außerdem betonte Hofer, dass er „überhaupt kein Verständnis“ für die Kritik vonseiten anderer Parteien und Glaubensvertretern hat. „Ich würde mir wünschen, dass man eine gewisse Sensibilität entwickelt für gewisse Fehlentwicklungen“, fügte der FPÖ-Chef hinzu.

Für ihn gehe es um die Auslegung des Korans, da man auch in der Bibel kritische Textstellen finde. „Aber wir haben Humanismus und Aufklärung erlebt“, so Hofer abschließend.

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