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WIEN

Betroffene organisiert Demo gegen MA35-Chaos

(FOTO: heute.at)

Am kommenden Samstag findet in Wien-Neubau eine Demo von Betroffenen statt, die für raschere und respektvollere Verfahren demonstrieren.

Wie KOSMO berichtete, stand die Einwanderungs- und Staatsbürgerschaftsbehörde MA35 in den vergangenen Wochen immer wieder unter Kritik. Vor allem die viel zu langen und komplizierten Verfahren waren dabei im Fokus. Genau dagegen wollen nun hunderte Betroffene am Samstag , 11. September, zwischen 15 und 17 Uhr am Platz der Menschenrechte (Neubau) demonstrieren. Organisiert wurde der Protest unter anderem von der selbst Betroffenen Mutter Sigal Dvir (34). Sie sprach mit der „Heute“ über ihre eigenen Erfahrungen mit der MA35 und wie es zu dem Entschluss kam Demos gegen das Bürokratie-Chaos ins Leben zu rufen.

„Wir kämpfen dafür, dass die MA35 unsere Rechte als Antragsteller anerkennt“
Über drei Monate wartete die Deutsche bei der MA35 auf eine Anmeldebescheinigung, die Dvir für weitere Leistungen, wie etwa die Familienbeihilfe, benötigte. Schließlich gründete die 34-Jährige Ende Juli 2021 die Facebook-Gruppe „Demonstration MA 35“, die in nur kurzer Zeit von 100 auf über 1.500 Mitglieder anwuchs:  „Die politisch Verantwortlichen sollen wissen: Wir sind jetzt nicht mehr nur einzelne Antragstellerinnen und Antragsteller, mit denen man machen kann was man will, sondern eine Gruppe, die Kraft und Mut besitzt etwas zu verändern“, so Dvir im „Heute“-Interview.

Sigal Dvirs Antrag wurde inzwischen bearbeitet, für sie hat das Warten ein Ende. Doch für viele andere ist das nicht so: „Viele Betroffene können ihr neues Leben nicht so beginnen, wie es ihnen zustehen würde“, betonte Dvir. Daher wolle sie gemeinsam mit den anderen Demo-Teilnehmern auf eine rasche Reform der MA35 drängen: „Wir kämpfen, damit die MA35 unsere Rechte als Antragstellerinnen und Antragsteller anerkennt. Egal ob Drittstaatsangehörige, EU-Bürger oder österreichische Angehörige: Wir alle haben das Recht auf eine effiziente Verwaltung, auf eine rasche Erledigung unserer Verfahren und auf einen respektvollen Umgang seitens der Behörden-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

„Wir sind jetzt nicht mehr nur einzelne Antragsteller, mit denen man machen kann was man will“

Sigal Dvir, Mitorganisatorin der Demo gegen die MA35

Reform mit Hilfe
Laut der Facebook-Gruppe „Demonstration MA 35“ muss die MA35 von Grund auf reformiert werden. Dafür brauche es auch ein höheres Budgte für mehr und gut ausgebildetes Personal. Auch eine Digitalisierung der Verfahren und die transparente, effiziente und service-orientierte Bearbeitung von Anträgen sei aus Sicht der Betroffenen notwendig. Zudem müsse es ein Sensibilisierungs-Training für MA35-Mitarbeiter geben.

„Wir sind bereit unsere oft jahrelangen Erfahrungen in den Reformprozess einzubringen“, erklärt Aktivistin und Mitglied der Gruppe „Migrants in Vienna“ Ana Montalvo. „Wir fordern den zuständigen Stadtrat Wiederkehr auf, sich mit uns – den Betroffenen – zusammenzusetzen. Unsere Kritik ist weder überzogen noch kann sie einfach vom Tisch gewischt werden.“

Betroffene berichten über Erfahrungen mit MA35
Die Demonstration bietet sowohl eine musikalische Begleitung, als auch die Geschichten von Betroffenen und Vertretern von Organisationen über ihre Erfahrungen mit der MA35. Zwischen 16.20 Uhr und 16.40 Uhr werden Betroffene über ihre Geschichte und ihre Erfahrungen mit der Behörde sprechen.

Danach beleuchten Vertreter von Hilfsorganisationen, darunter „Helpinghands“, die Situation der MA35 aus ihrer Sicht. Für die Demo wurden laut Dvir 500 Teilnehmer bei der Polizei angemeldet.

Quellen und Links: