Ein Restaurant ohne Preisliste revolutioniert die Gastronomieszene in Serbien. Hier gilt das Prinzip: Iss nach Bedarf, zahle nach Vermögen – und hilf damit anderen.
In Novi Pazar, einer Stadt in Serbien, hat ein neuartiges Gastronomieprojekt seine Türen geöffnet: Das erste Restaurant ohne Preisliste auf dem Balkan. Täglich werden hier mindestens 300 Mahlzeiten für Menschen in Not zubereitet. Die Initiative des Vereins „Uhud“ verfolgt einen besonderen Ansatz – sie steht allen offen, sowohl Hilfsbedürftigen als auch jenen, die unterstützen möchten. Das Prinzip ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Iss, was du brauchst, und spende, was du kannst.
„Unser Konzept ist ein Restaurant ohne feste Preise“, erklärt Nedzad Bihorac, Vorsitzender des Vereins Uhud. „Du kommst mit deiner Familie, bedienst dich, isst, trinkst einen Kaffee und hinterlässt beim Gehen so viel, wie es dir am Herzen liegt.“ Mit diesen Beiträgen finanzieren wir Mahlzeiten für Bedürftige, unsere Mitarbeiter und alles, was wir für den Betrieb benötigen. Dieses Projekt verdient breite Unterstützung.“
Statt einer klassischen Rechnung finden Gäste am Ausgang eine Spendenbox für freiwillige Beiträge. Die eingenommenen Gelder fließen direkt in die Zubereitung von Mahlzeiten für Bedürftige, decken die Personalkosten und ermöglichen die Weiterentwicklung des Projekts, das künftig auch auf Tutin, Sjenica, Raska und weitere Teile von Novi Pazar ausgeweitet werden soll.
Heimische Küche
Die Küche bietet täglich frisch zubereitete Gerichte – von gekochten Speisen über Geflügel bis hin zu regionalen Spezialitäten. „Bei uns gibt es Mahlzeiten, wie man sie von zu Hause kennt, professionell zubereitet“, sagt Sead Bihorac vom Verein Uhud. „Nach dem Essen hinterlässt jeder Gast, was er für angemessen hält – ein Restaurant ohne Preisliste eben.“
Besonderes Augenmerk wurde auf die Gestaltung des Raumes gelegt: Niemand soll stigmatisiert werden – unabhängig davon, ob jemand kommt, um zu essen oder zu spenden. „Die Würde unserer Gäste steht im Mittelpunkt“, betont Sead Bihorac. „Wenn eine Familie fünf Mahlzeiten isst und dafür tausend Dinar hinterlässt, können wir damit fünf weitere Mahlzeiten finanzieren, die wir direkt zu bedürftigen Menschen nach Hause liefern. Das ist der Kern unserer Idee – doppelt Gutes tun.“
Gemeinsames Projekt
Das Gebäude beherbergt auch ein Kaffeehaus, in dem Gäste Kaffee oder Säfte genießen können. Selbst dieser kleine Konsum kann eine humanitäre Dimension bekommen. „Du trinkst einen Kaffee, hinterlässt einen Beitrag nach deinen Möglichkeiten und weißt dabei, dass du etwas Gutes für die Gemeinschaft getan hast“, erklärt Armin Plojovic von Uhud. „Alles, was hier geschieht, dient einem guten Zweck. Das Projekt gehört uns allen.“
Die Einrichtung des Restaurants nahm etwa drei Monate in Anspruch. Die Vereinsmitglieder kündigen bereits eine Ausweitung ihrer Aktivitäten an und hoffen auf eine noch stärkere Beteiligung der Bevölkerung.
Ihr Appell richtet sich an alle: Diese einzigartige Initiative verdient breite Unterstützung.