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Zahlungsreform

Bosnien auf dem Weg zu SEPA: Das könnte Überweisungen deutlich verbilligen

Bosnien auf dem Weg zu SEPA: Das könnte Überweisungen deutlich verbilligen
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2 Min. Lesezeit |

Bosnien und Herzegowina hat eine entscheidende Hürde auf dem Weg in den europäischen Zahlungsraum SEPA genommen – günstigere Euro-Überweisungen rücken damit näher, stehen aber noch nicht unmittelbar zur Verfügung.

Die zuständigen Gesetzgeber in den beiden Entitäten Bosnien und Herzegowinas haben die notwendigen Finanzreformen weitgehend abgeschlossen. Das Repräsentantenhaus des Parlaments der Föderation BiH nahm am 28. Juli 2026 die abgestimmten Fassungen des Gesetzes über Zahlungsdienste, des Gesetzes über elektronisches Geld und des Gesetzes über Zahlungskonten an. Das Haus der Völker der Föderation hatte die Texte bereits zuvor beschlossen.

In der Republika Srpska verabschiedete die Nationalversammlung am 9. Juli 2026 das Gesetz über Zahlungsdienste. Weitere für den SEPA-Prozess erforderliche Vorschriften, darunter Regelungen über elektronisches Geld, waren dort bereits zuvor angenommen worden.

SEPA-Folgen

Für Bürgerinnen und Bürger, die Geld aus der Diaspora erhalten, sowie für Unternehmen mit Geschäftspartnern in der Europäischen Union könnte ein SEPA-Beitritt deutliche Vorteile bringen. Euro-Überweisungen würden nach einheitlichen europäischen Standards abgewickelt und könnten dadurch schneller, einfacher und wesentlich günstiger werden.

Nach Angaben der Europäischen Union waren die Gebühren für grenzüberschreitende Zahlungen im Westbalkan teilweise bis zu sechsmal höher als innerhalb der EU. Ein SEPA-Beitritt bedeutet allerdings nicht automatisch, dass alle Überweisungen kostenlos werden. Die konkreten Gebühren würden weiterhin auch von den Tarifen der jeweiligen Banken abhängen.

Mit den Gesetzesbeschlüssen kann die Zentralbank von Bosnien und Herzegowina nun die formelle Aufnahme des Landes in den geografischen Geltungsbereich der SEPA-Zahlungsverfahren beantragen. Über die Aufnahme entscheidet der European Payments Council. Danach müssen sich die Banken in BiH den entsprechenden SEPA-Verfahren anschließen und die notwendigen technischen Voraussetzungen schaffen.

EU-Reaktion

EU-Botschafter Luigi Soreca, Leiter der EU-Delegation und EU-Sonderbeauftragter in Bosnien und Herzegowina, begrüßte die Beschlüsse. Kostengünstige grenzüberschreitende Finanztransfers für Bürger und Unternehmen seien damit einen Schritt näher gerückt, erklärte Soreca auf X. Die Verabschiedung der notwendigen Gesetze bezeichnete er als „konkreten Fortschritt für die EU-Integration von BiH“.

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KO KOSMO-Redaktion
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