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Bosnien-Krieg: Ehemalige Feinde fordern jetzt das Ende von Hassreden

SOLDAT_BOSNIEN_HERZEGOWINA
(FOTO: zVg.)

Veteranen der bosniakischen, serbischen und kroatischen Armee fordern nun das Ende von Hetzreden und bilden ein Verein zusammen.

“Wir laden alle Menschen guten Willens, die sich der Schrecken des Krieges bewusst sind, ein, sich uns anzuschließen. Gemeinsam wenden wir uns gegen Hassreden und Kriegsaufrufe, damit die Stimme der Vernunft so weit wie möglich gehört wird!” Ob man es glaubt oder nicht, aber hinter dieser Petition stecken ehemalige Feinde aus Ex-Jugoslawien.

Der Verein “Pravipožar” (zu Deutsch= tatsächlicher Brand) versammelt serbische, bosniakische und kroatische Veteranen des Bosnien-Krieges, die sich damals bekriegt haben. “Wir treten für den Frieden ein, fordern nachdrücklich ein Ende von Hetzreden, Konfliktdrohungen und Kriegserwähnungen, um politische Punkte zu sammeln und damit mit unser aller Zukunft zu spielen”, schreiben die ex-jugoslawischen Soldaten auf onlinepeticija.com. “Wir glauben, dass Veteranen am meisten dazu eingeladen sind, über den Krieg und seine fatalen Folgen zu sprechen, und dass unsere Rolle als Friedensaktivisten der einzig richtige Weg für eine normale Zukunft in dieser Region ist”, heißt es weiter.

Versammlung:
Alle Veteranen wollen die derzeitige aufgehetzte Stimmung in Bosnien-Herzegowina ein wenig dämpfen. Man erinnere sich daran, dass “während des beinahe vierjährigen Konflikts in Bosnien und Herzegowina etwa 100.000 Menschen getötet, Hunderttausende verletzt, sowie vertrieben wurden und wir weiterhin auf allen Seiten nach Vermissten suchen. Bedrohungen durch neue Konflikte schaffen ein Umfeld, das Menschen aus dem Land vertreibt, die Wirtschaft zerstört, den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft und Wohlstand erstickt”.

Die bosnische Bevölkerung wolle über die schlimme Kriegsvergangenheit sprechen und diese verarbeiten, “aber nur mit dem Ziel, die Geschichte nicht zu wiederholen. Die schmerzlichen Erfahrungen, die wir alle gemacht haben, sollen also genutzt werden, um künftige Konflikte zu verhindern”. Diesem Ziel habe sich der Verein verschrieben. Seit mehr als einem Jahrzehnt würde man aktiv mit Jugendlichen, Veteranen, Frauen und vielen anderen Gruppen zusammen. “Dialog und Frieden haben keine Alternative”, wird im Aufruf geschrieben.

Auf der nächsten Seite könnt ihr euch die Petition ansehen!

Quelle: Kurier-Artikel

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