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Budgetkürzung

Brücke in Stadlau gestoppt: Radfahrer müssen weiter Umwege fahren

Brücke in Stadlau gestoppt: Radfahrer müssen weiter Umwege fahren
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

28 Millionen Euro, monatelange Planung, Probebohrungen – und jetzt doch nichts. Wien streicht ein Radprojekt, das bereits als historisch galt.

Was zunächst als wegweisendes Vorhaben gefeiert worden war, liegt nun auf Eis: Die rund 700 Meter lange Rad- und Fußgängerbrücke beim Gewerbepark Wien-Stadlau, im September 2024 von der Stadt Wien mit großem Aufwand als „historisches Projekt“ präsentiert, wird vorerst nicht gebaut. Obwohl bereits Probebohrungen durchgeführt worden waren und der Baustart für den Sommer vorgesehen gewesen war, macht nun die angespannte Budgetlage dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung.

„Aus budgetären Gründen wird es aktuell keinen Baustart für die Brücke über den Gewerbepark Stadlau geben“, bestätigt die zuständige MA 29 auf Anfrage von „Wien heute“. Endgültig begraben ist das Projekt damit allerdings nicht. „Da es sich grundsätzlich um eine wichtige lokale Fußwegeverbindung und Teil einer bezirksübergreifenden Radverkehrsachse handelt, wird eine Weiterführung des Projekts angestrebt, sobald die Rahmenbedingungen dies zulassen“, heißt es vonseiten der Magistratsabteilung.

Lücke im Radnetz

Mit einem Kostenvolumen von rund 28 Millionen Euro hätte die Brücke eine der zentralen Lücken im Wiener Radnetz schließen sollen – konkret die Verbindung zwischen Wien-Kagran und der Seestadt. Geplant war eine direkte Route vom Quartier Marlen-Haushofer-Weg durch den Gewerbepark Wien-Stadlau bis zur Süßenbrunner Straße. Derzeit sorgen die ÖBB-Trasse und die S2 für eine faktische Zerschneidung der angrenzenden Stadtteile, eine Querung besteht ausschließlich für die Straßenbahn – mit der Folge, dass Fußgänger und Radfahrer erhebliche Umwege in Kauf nehmen müssen.

Genau darauf macht die Radlobby aufmerksam. Sprecher Roland Romano verweist darauf, dass Ziele eigentlich nahe beieinander liegen: „Da liegen rund 1,3 Kilometer dazwischen. Der Umweg ist dann aber doppelt so lang.“ Wer in Richtung Gewerbepark unterwegs sei, müsse teils zwei- bis dreimal so lange Strecken in Kauf nehmen. Außerdem seien manche Routen mit dem Rad nicht sicher.

Politische Dimension

Das Scheitern des Projekts hat auch eine politische Dimension. Die MA 29 sieht ein Versäumnis darin, dass die Brücke nicht bereits im Zuge des Baus der Straßenbahnbrücke realisiert worden sei – und richtet diesen Vorwurf an die damalige Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou von den Grünen. Die Partei weist die Kritik jedoch zurück. Die Planungen hätten bereits vor Vassilakous Amtszeit begonnen, betont Mobilitätssprecherin Heidi Sequenz: „Leider hatten der Rad- und Fußverkehr damals noch eine sehr geringe Priorität und wurden beim Bau der Straßenbahnbrücke nicht mitgedacht.“ Sequenz spricht von einer „Katastrophe“ für die Anrainer.

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KO KOSMO-Redaktion
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