Während Wien mit 170 Mobilklassen den Platzmangel bekämpft, fehlen kurz vor Schulstart noch 240 Lehrkräfte. Besonders Volksschulen trifft der Personalmangel hart.
Mit Beginn des neuen Schuljahres setzt Wien verstärkt auf Mobilklassen, um dem wachsenden Platzbedarf im Bildungsbereich zu begegnen. Die Bundeshauptstadt verfügt bereits über 170 dieser temporären Unterrichtsräume, wobei allein im vergangenen Schuljahr 45 neue hinzukamen. In der Seestadt Aspern wird eine komplette Containerschule den regulären Betrieb aufnehmen.
Die Volksschule Neilreichgasse in Wien-Favoriten erhält neun zusätzliche Klassen samt sanitären Anlagen und Teamräumen. Auch der Bildungscampus Liselotte Hansen-Schmidt in Wien-Donaustadt wird temporär erweitert – mit elf Klassen, einem Speisesaal und Nebenräumen in einem für fünf Jahre konzipierten Gebäude. Insgesamt umfasst das Wiener Schulsystem aktuell 7.400 Klassen an Pflicht- und Berufsschulen, wobei innerhalb der letzten Dekade 1.200 neue Klassen geschaffen wurden.
Die Wiener Bildungsdirektion plant bereits weitere Erweiterungen für das kommende Jahr. Im Herbst 2025 sollen zusätzliche Containeranlagen an zwei Standorten eröffnen: zwölf neue Bildungsräume in der Sonnenallee in der Donaustadt ergänzen die bereits geplanten Erweiterungen. Damit macht der Anteil der Mobilklassen bei 7.400 Gesamtklassen zwar nur einen kleinen Prozentsatz aus, die Container bleiben aber ein wichtiges Instrument zur kurzfristigen Problemlösung.
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Lehrermangel verschärft
Parallel dazu verschärft sich wenige Wochen vor Schulbeginn die Personalsituation im Bildungsbereich erheblich. An den Pflichtschulen der Stadt sind derzeit noch 240 Lehrerstellen unbesetzt. Besonders angespannt ist die Lage an Volksschulen, aber auch an Sonderschulen sowie in Fachbereichen wie Deutsch als Zweitsprache.
Zwei Drittel der offenen Stellen entfallen auf den Volksschulbereich. In 22 Klassen fehlt aktuell noch eine klassenführende Lehrkraft. Die Bildungsdirektion versucht, die Situation zu entschärfen. Zusätzlich verschärfen der laufende Familiennachzug und die stetig steigende Schülerzahl die Personalprobleme in Wiens Schulen.
ÖVP kritisiert
Die Wiener ÖVP übt scharfe Kritik an der aktuellen Entwicklung. Das unkoordinierte Wachstum der Stadt und Wiens Funktion als „Sozialhilfemagnet Österreichs“ würden die Probleme in der Hauptstadt verschärfen, so die Oppositionspartei. „SPÖ und Neos schauen nur zu – ihr Regierungsübereinkommen setzt auf endlose Evaluierungen statt auf echte Reformen“, kritisieren der geschäftsführende Landesparteiobmann Markus Figl und Klubobmann Harald Zierfuss.
Besonders alarmierend sei zudem, dass etwa die Hälfte der Erstklässler ihre Lehrkräfte nicht verstehe.