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Schulkonflikt

„Dann gehen wir nach Syrien“: Kopftuchverbot spaltet Wiener Schulklasse

„Dann gehen wir nach Syrien“: Kopftuchverbot spaltet Wiener Schulklasse
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Eine Wiener Volksschullehrerin berichtet, was das neue Kopftuchverbot in ihrer Klasse auslöst – und warum der Schulhof nur ein Teil des Problems ist.

In zwei Wochen beginnt für Caroline W. ein neues Schuljahr. Die 24-jährige Volksschullehrerin übernimmt dann eine vierte Klasse mit 25 Kindern – keines davon hat Deutsch als Muttersprache, obwohl die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in Wien zur Welt gekommen ist. „Etwa zwei Drittel meiner Schüler sprechen Arabisch, auch sehr oft während des Unterrichts“, schildert sie im Gespräch mit „Heute“.

Schon vor den Sommerferien war das neu eingeführte Kopftuchverbot für Kinder bis 14 Jahre ein beherrschendes Thema. In Carolines Klasse tragen zwei Mädchen ein Kopftuch. „Die sind sehr gestresst deswegen, sie fühlen sich unsicher“, erklärt die Pädagogin.

Eltern unter Druck

Vor allem bei einzelnen Elternteilen löst das Verbot heftige Reaktionen aus. Ein Vater erklärte der Lehrerin, er werde mit seiner Familie nach Syrien zurückkehren, sollte das Verbot konsequent durchgesetzt werden. „Ich habe ihm damals erklärt, dass die Politiker das Gesetz einführen, die Schule hat damit nichts zu tun – er war wirklich wütend.“

Caroline W. sieht in der Regelung das Potenzial für neue Konflikte: „Die Mädchen sind verängstigt, ihnen wird etwas genommen, zu dem sie ihre Eltern bis jetzt gezwungen haben.“ Das Thema Kopftuch hat die Klasse und die gesamte Schule schon länger beschäftigt. Besonders unter den Buben beobachtet die Lehrerin bedenkliche Verhaltensweisen. „Die bewundern die größeren Mädchen aus der Mittelschule, schreien ihnen nach, wie cool sie ihre Kopftücher finden.“

Schikane im Schulalltag

Gleichzeitig geraten Schülerinnen ohne Kopftuch unter Druck. „Mädchen ohne Kopftuch werden von den Buben schikaniert und gehänselt.“ Ihnen werde wiederholt nahegelegt, ihre Haare zu bedecken. In ihrem eigenen Unterricht duldet Caroline derartiges Verhalten nicht: „Aber bei mir in der Klasse habe ich das auch bisher nicht zugelassen.“

Mit dem Schulende ist das Problem für sie jedoch nicht gelöst.

„Außerhalb der Schule machen die Mädchen sowieso, was die Eltern verlangen – das wird sich so schnell nicht ändern.“

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KO KOSMO-Redaktion
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