Das fahrerlose Auto: Was die Zukunft bringt und was es jetzt schon...

AUTONOMES FAHREN:

Das fahrerlose Auto: Was die Zukunft bringt und was es jetzt schon gibt!

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FOTO: iStockphoto

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Einstmals Vision, heute schon Wirklichkeit: In Österreich sind, basierend auf den neuesten technischen Errungenschaften, seit dem 1. März 2019 die ersten selbstfahrenden Autos erlaubt.

Mit Beginn des vergangenen Monats wurde in Österreich ein neues Kapitel der Automobilgeschichte aufgeschlagen. Zum ersten Mal wurde gesetzlich erlaubt, dass der Fahrer auf den Autobahnen und Bundesstraßen die Hände vom Lenkrad nehmen darf. Natürlich nur, wenn er ein automatisches Assistenzsystem hat, das dafür sorgt, dass er in der Spur bleibt, in der er gerade fährt (Spurhalteassistent).

„Automatisches Einparken“ erlaubt
Dies ist eine Novelle, mit der Österreich als eines von wenigen Ländern einen großen Schritt hin zum autonomen Fahren gemacht hat, bei dem der Fahrer das Lenken dem Auto überlässt. Darüber hinaus erlaubt das Gesetz jetzt neben der Einführung der ersten Stufe des autonomen Fahrens auch das automatische Parken mithilfe einer Handy-App für Fahrzeuge, die mit diesem System funktionieren. „Nicht nur das ist erlaubt, sondern auch, aus dem Auto auszusteigen und zuzuschauen, wie das Auto sich in die Parklücke rangiert“, erklärt Friedrich Eppel, Technikexperte des ÖAMTC. Diese Novelle läutet in vieler Hinsicht ein neues Zeitalter ein. Denn es ist kein Geheimnis, dass die Ideengeber des autonomen Fahrens am Ende der großen und schrittweisen Einführung des fahrerlosen Fahrens ein endgültiges Ziel haben: dass eines Tages die meisten Autos autonom fahren, wovon eine Verminderung des Verkehrsaufkommens erwartet wird.

Handys auch weiterhin verboten
Dennoch besteht kein Zweifel: Österreich führt das System des autonomen Fahrens sehr vorsichtig ein, denn dies ist erst die zweite von sechs Niveaustufen auf dem Weg zum endgültigen, noch sehr fernen Ziel der Verfechter des autonomen Fahrens (s. Box). Das erläutert auch der leitende Jurist des österreichischen Automobilclubs ÖAMTC, Martin Hoffer: „Es ist erlaubt, die Hände vom Lenkrad zu nehmen, aber die Person hinter dem Steuerrad muss  wach und aufmerksam sein.  Darum und aufgrund unvorhergesehener Situationen ist die Benutzung des Handys während der Fahrt auch weiterhin verboten.“ In Baustellenbereichen, fügt Hoffer hinzu, ist die Nutzung der autonomen Fahrsysteme überhaupt nicht gestattet.

Sichereres oder normales Fahren?
Während Normalsterbliche wie der Autor dieses Textes noch immer verblüfft sind und sich fragen, ob der Verkehr tatsächlich eines Tages überwiegend autonom fließen wird (s. Box, welche verschieden Niveaus bestehen), blicken die Eingeweihten und die echten Experten euphorisch in die Zukunft des „fahrerlosen Fahrens“. Fachleute prophezeien sogar, dass das autonome Fahren die Zahl der Unfälle weltweit um Tausende vermindern, den CO2-Ausstoß um 390.000 Tonnen jährlich senken und den Fahrern viel Zeit ersparen wird.

59 Prozent der Österreicher dafür?
Eine schwierige Aufgabe jedoch steht denjenigen mit Sicherheit bevor, die das automatisierte Fahren gesetzlich noch weiter vorantreiben wollen: 43 Prozent der Österreicher sind Umfragen zufolge skeptisch und glauben nicht an die Sicherheit dieser Fahrzeuge. Dennoch geben 59 Prozent dem System eine Chance und würden das autonome Fahren gerne einmal ausprobieren…

Die Niveaustufen des autonomen Fahrens

Niveau 0:
„Normales Fahren“
Das gilt heute für die meisten Fahrzeuge: Der Fahrer hat die vollständige Kontrolle über das Fahrzeug und alle seine Funktionen. Zulässig sind nur bestimmte Warnsysteme, die beispielsweise anzeigen, wenn die Temperatur unter 4 Grad fällt.

Niveau 1:
„Erste Hilfe“
Der adaptive Tempomat, der die Geschwindigkeit und die Entfernung von anderen Fahrzeugen kontrolliert, ist ein typisches Beispiel für das Niveau 1. Die Elektronik kann beschleunigen, bremsen, Spur halten, aber mehr nicht…

Niveau 2:
Teilweise Automatisierung
Füße von den Pedalen, aber Augen auf die Straße: Das ist das Motto dieses Niveaus. Das Auto darf die Funktionen der vorherigen Niveaus kombinieren, man darf sogar die Hände vom Lenkrad nehmen, aber der Fahrer muss in fahrtüchtigem Zustand sein.

Niveau 3:
„Automatisierung, aber…“
Das System übernimmt die komplette Kontrolle. Aber das geschieht unter bestimmten Voraussetzungen: So darf der Fahrer die Hände vom Lenkrad nehmen, er muss auch nicht mehr auf den Verkehr achten, aber er muss auf Anforderung des Systems im Stande sein, das Kommando wieder zu übernehmen. Der Autopilot beschleunigt, bremst ab, lenkt und umfährt sogar Hindernisse.

Niveau 4:
Fortgeschrittene Automatisierung
Das Auto macht alles alleine: Die Fahrer können lenken, aber das ist vollkommen unnötig außer bei ungewöhnlich schlechtem Wetter, Sturm, Schneegestöber…

Niveau 5:
Vollständige Automatisierung
Dieses Auto braucht überhaupt kein Lenkrad mehr, denn es kann absolut jede Aufgabe oder jedes Problem alleine meistern. Das einzige, was man beherrschen muss, ist ihm zu sagen, wohin es fahren soll….

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